Kommando Elefant - Scheitern Als Show - Cover
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Kommando Elefant Scheitern Als Show


  • Label: Las Vegas Records
  • Laufzeit: 36 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Kommando Elefant setzen auf lebensechte, teilweise selbstironische und zum Schmunzeln anregende intelligente Texte, die locker in einen Popmusikmantel gehüllt werden.

Sie gelten als Österreichs Indie-Pop-Hoffnung: Kommando Elefant sind vier junge Musiker, die eine seltene Kunst beherrschen: Sie setzen auf lebensechte, teilweise selbstironische und zum Schmunzeln anregende intelligente Texte, die locker in den Popmusikmantel gehüllt werden. Die Band besitzt bei ihrem dritten Werk einen losen roten Faden: Das Scheitern im kleinen und großen vertonen. Mastermind Alf Peherstorfer und seine neuerdings drei Mitstreiter verblüffend gekonnt, indem sie Rockiges, Poppiges, Keyboardklänge und Singer/Songwritermusik miteinander vermischen und ihren Gedanken freien Lauf lassen.

Die erste Single „Sternenmarie“ enthält viel Keyboard und einen sehr schönen eingängigen Refrain und gehört einfach ins Radio. Dagegen setzt „Ich bin ein Arschloch“ auf deftige Worte, die erfrischend ehrlich in schonungsloser Selbstkritik daherkommen und richtig authentisch scheinen. Es gibt bei Kommando Elefant die Pflicht für den Hörer auf die Texte zu achten und auch wenn nicht alles sich rund anhört, hängen die Österreicher bei den meisten Tracks die Konkurrenz in Sachen Worte ab. Auch die Mischung von Musik und Text klingt homogen, wobei Kommando Elefant nicht auf Eingängigkeit schielen, sondern schon ihre musikalische Ideen konsequent umsetzen. Songs wie „ Das allerletzte Liebeslied“, eine sehr schöne Ballade, die mit sanften Worten und Gefühl überzeugt, oder „Schöner Tag“ mit treibenden rockigen Rhythmen sind so gegensätzlich, dass man weiß, die Österreicher können sowohl laut und auch leise einen guten Track zaubern. Das Keyboard klingt dabei bei fast allen Tracks durch und dominiert, aber auch die anderen üblichen Instrumente gefallen. Stimmlich macht Alf Pehershofer ebenso alles richtig: Vom gefühlvollen Gesang über die verzerrte Stimme bis zu etwas schrägen Tönen reicht die Palette, die wirklich zur Musik nahezu perfekt passt.

Kommando Elefant schaffen es, ihre frischen und freien Texte mit ebensolcher Musik zu verbinden und ein mit 36 Minuten zwar etwas kurzes Vergnügen zu kreieren, dass ihren Status als neue Indie-Pop-Hoffnung aus Österreich trotzdem nachhaltig untermauert.

Anspieltipps:

  • Sternenmarie
  • Das allerletzte Liebeslied
  • Schöner tag
  • Jennifer

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