Lasse Matthiessen - Dead Man Waltz - Cover
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Dead Man Waltz


  • Label: Solaris Empire/Broken Silence
  • Laufzeit: 41 Minuten
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5/10 Unsere Wertung
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Für eine Handvoll annehmbarer Songs lässt sich der Hörer heute nicht mehr hinter dem Ofen hervorlocken

Jack Johnson hat den letzten Biss verloren. So schnell hat man erklärt, wie Lasse Matthiessen auf Hörer wirkt. Aber kann das wirklich alles sein? Was ist mit dem besonderen Funken, den jeder Musiker doch gerade im Singer/Songwriter-Genre mit sich bringt. Es muss doch diesen einen Grund geben, warum man die Ohren nicht von Lasse Matthiessen lassen kann. So grausam es klingt: Nein.

Fast schon statistisch lässt sich abhaken, warum der Titel „Dead Man Waltz“ noch das aufregendste am neuen Album des Dänen ist. Egal ob man die immer vorhandene Akustikgitarre, die Gastinstrumente in Form von Schlagzeug und Streichern oder den Gesang genauer unter die Lupe nimmt. Alles arbeitet mit einer vornehmen, zurückhaltenden Art. Bloß kein Aufsehen erregen und schon gar nicht im Ohr des Hörers bleiben. Nachher will der noch wissen, ob man noch mehr schöne Musik produzieren kann. Mit solch einem Druck möchte doch niemand arbeiten.

„In The Dead Of The Night“ ist der erfreuliche Aussetzer einer höhepunktfreien Ansammlung von Liedern, die sich nur mühsam über der Oberfläche des Mittelmaßes bewegen. Man möchte wirklich an Talent und Muse glauben, aber wenn man sich schon über die paar geglückten Akkorde und Gefühle im Titeltrack freuen muss, dann ist das kein Zeichen für großartige Qualität. Das mehrstimmige minimalistische Experiment „Chasing Wolves“ findet genauso wenig Anerkennung wie das vorangegangene „Don't Fall In Love“, welches auf einem Sasha-Akustik-Album hätte landen können. Wie viel mitreißendes Potenzial Sasha ohne all den Pop-Glitzer hat, dürfte weitgehend bekannt sein.

Für eine Handvoll annehmbarer Songs lässt sich der Hörer heute nicht mehr hinter dem Ofen hervorlocken. Draußen startet der Frühling endlich durch und Matthiessen lässt große Emotionen genauso sehr vermissen, wie mitreißende Melodien. Ohne diese beiden Grundtugenden bleiben Stücke wie „Dragons Fly“ Einschlaflieder, die nett und süß als Prädikat verdienen, jedoch niemanden an die Kopfhörer des MP3-Players fesseln werden.

Anspieltipps:

  • Dragons Fly
  • In The Dead Of The Night
  • Dead Man Waltz

Dieser Artikel ging am um 15:23 Uhr online.
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  • 2014    
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