Amanda Rogers - Hope From The Forgotten Woods - Cover
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Amanda Rogers Hope From The Forgotten Woods


  • Label: Make My Day Records
  • Laufzeit: 53 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Kleine Songperlen verstecken sich in einem Dickicht aus genialen Momenten und nicht zu Ende gedachten Bruchstücken.

Die in Los Angeles lebende amerikanische Singer/Songwriterin Amanda Rogers (29) wird aufgrund ihres feenhaften Wesens und den immer leicht verhuscht wirkenden, auf ihr berücktes Pianospiel aufbauen Songs gerne mit Kolleginnen wir Regina Spektor und allen voran Tori Amos in eine Schublade gesteckt, auch wenn bei ihr aus kommerzieller Sicht vergleichsweise alles ein paar Nummern kleiner – zum Beispiel im DIY-Eigenvertrieb – verläuft.

Doch zählt man sämtliche Album- und EP-Releases der gebürtigen New Yorkerin zusammen (also auch die auf 100 Exemplare limitierte „Greatapes: Recovered Tape Recording From 1998-2006”-Compilation), kommt man immerhin auf sieben Tonträger, denen mit „Hope From The Forgotten Woods” jetzt das achte Werk folgt. Zudem ist Amanda Rogers zusammen mit (inzwischen Ehemann) Mike Matta mit dem Folk-Projekt The Pleasants unterwegs, das Ende 2010 sein Debütalbum „Forests And Fields“ auf den Markt brachte. Man sieht: Auch als Independent-Singer/Songwriter(in) ist man immer gut ausgelastet und es lebt sich sehr gut damit.

„Hope From The Forgotten Woods” ist ein Konzeptalbum rund um das Thema Liebe. In den darauf enthaltenen 16 Stücken schwelgt Amanda Rogers aber nicht – wie sich bei dieser Thematik und dem zuckersüßen Opener „All so lovely“ durchaus befürchten ließe – durch eine vom verliebt sein verblendeten rosaroten Gefühlswelt, sondern geht musikalisch durchaus differenziert an die Sache heran. Denn auch in der Liebe herrscht nicht immer Eitelsonnenschein! Und so mischt sich in die beschwingte Grundstimmung auch eine gute Portion Melancholie, Trauer, Wut und Depression.

Dabei fällt auf, dass 16 Songs vielleicht ein bisschen zu viel Masse darstellen. Denn ab und an wirken die Kompositionen skizzenhaft und wie wahllos aneinander geklatschte Fragmente. Auf der anderen Seite kann es aber auch passieren, dass die Songstrukturen aufgrund der überbordenden Kreativität Rogers‘ etwas ausfransen und nicht auf den Punkt kommen. Hier wäre die Anleitung eines erfahrenen Produzenten und Aufnahmen in einem „richtigen“ Studio eventuell zielführender gewesen. Denn so verstecken sich kleine Songperlen wie „Serenade“, „Tiger Lilly hill“ oder auch „What you do“ zu sehr in einem Dickicht aus genialen Momenten und nicht zu Ende gedachten Bruchstücken.

Anspieltipps:

  • Serenade
  • What you do
  • Tiger Lilly hill
  • This message is getting old

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