Patrick Watson - Adventures In Your Own Back Yard - Cover
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Patrick Watson Adventures In Your Own Back Yard


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Wie üblich lässt sich die Musik des in Montreal lebenden Sängers in Teesorten zusammenfassen.

Das schwierige zweite Album hat Patrick Watson bereits hinter sich gebracht. „Adventures In Your Own Backyard“ geht trotzdem nicht frei von Erwartungsdruck an den Start. Der Polaris-Preis gekrönte Musiker soll auch dieses Mal groß(artig) angelegte Singer/Songwriter-Tracks aus dem Ärmel schütteln. In einer Liga mit Hauchgesang-Hoffnung Ray LaMontagne präsentiert sich auch das neue Album, das dem Titel entsprechend bei Watson zu Hause aufgenommen wurde.

Wie üblich lässt sich die Musik des in Montreal lebenden Sängers in Teesorten zusammenfassen. Als „Oase der Ruhe und Erholung“ ist die neue Scheibe Patrick Watsons die Ton gewordene Inkarnation des Windes, der im Hinterhof weht. Wie ein Hintergrundgeräusch, das lediglich umspielt und nur selten so stark weht, dass es als eigenes Phänomen wahrgenommen wird, präsentieren sich die Lieder auf „Adventures In Your Own Backyard“. Bestes Beispiel dafür ist die Pianoballade „Lighthouse“ zu Beginn, die gegen Ende urplötzlich zu einer Morricone-Gedächtnis-Nummer wird und den Geist Mexikos und des wilden Westens auferstehen zu lassen scheint.

Aus verschiedensten Saiteninstrumenten ergibt sich immer wieder ein emotionaler Mix, der ein-, aber nicht aufdringlich die Aufmerksamkeit des Hörers erfasst. Mal sind es die verspielt gezupften Saiten in „Blackwind“ und dann die pumpenden Percussions in „Step Out For A While“. Sogar die sonst Sufjan stevens vorbehaltenen Flöten geben sich in „Quiet Crowd“ mit Streichern und der immer wieder Akzente setzenden E-Gitarre die Ehre. So ruhig die nahezu schwebenden Arrangements Watsons wirken, sind sie auch immer so lebendig, dass man die Sonne und den Wind im Gesicht spürt. Es sind tatsächlich kleine Abenteuer, auf die man sich hier mit Tracks wie „Into Giants“ einlässt, die zu Bewegung, Lachen und Forschungsdrang auffordern.

Gerade wenn Patrick Watson die höheren Schlagzahlen auf seinem Album auffährt, müssen sich Indie-Rocker wie Arcade Fire warm anziehen. Ein „Strange Crooked Roads“ mit psychedelischem Unterton und Chören muss den Vergleich zumindest nicht scheuen. Allein „Morning Sheets“ ist die negative Ausnahme des Albums und kann sich nicht entscheiden, ob es einen Augenblick Instrumental oder doch durch den Text einfangen soll. Darüber kann auch das gelungene Instrumentalstück „The Things You Do“ nicht weg täuschen. Allerdings gehört „The Things You Do“ so der klaren Mehrheit des Albums an. Die feinen Minimal-Balladen und die Ausbrüche an Lautstärke, Instrument-Vielfalt und Stimmgewalt sind auf jeden Fall wieder eine gelungene Mischung, die wächst und wächst.

Anspieltipps:

  • Lighthouse
  • Quiet Crowd
  • Adventures In Your Own Backyard

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