Halestorm - The Strange Case Of... - Cover
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Halestorm The Strange Case Of...


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein klarer Fall von Emanzipation!

Paramore, Die Happy, Flyleaf oder (wenn man vom letzten vergessenswerten Output namens „Bel Air“ (04/2011) einmal absieht) die Guano Apes – Jede dieser Bands hat mehr oder weniger dazu beigetragen das Frauenbild in der Musik zu stärken und bewiesen, dass das vermeintlich schwache Geschlecht ebenfalls einen erheblichen Anteil an Rotz in der Lunge besitzt und auch dann gegen harte Gitarren eine Chance hat, wenn diese nicht von einem ausgewachsenen Symphonieorchester begleitet werden. Die aus Red Lion, Pennsylvania stammende Truppe Halestorm hat sich nach ihrem Dornöschenschlaf (es dauerte fast ein ganzes Jahrzehnt bis die Band einen Plattenvertrag an Land gezogen hatte), dem selbstbetitelten Erstling (05/2010) und annähernd 200.000 verkauften Platten in den USA ebenfalls einen Namen im Female Fronted-Bereich gemacht und darf nun nach „The Strange Case Of...“ locker als einer der heißesten Anwärter auf den Thron in dieser Sparte gelten.

Gut, Neues darf man nicht erwarten und nahezu jeder Track würde sich unter bestimmten Voraussetzungen auch als Singleauskoppelung wacker in den Charts schlagen, doch gerade für ein auf ein Massenpublikum zugeschnittenes Produkt wie diesem steckt erstaunlich viel Herz im Zweitling der Geschwister Lzzy (Gesang, Gitarre, Klavier) und Arejay Hale (Schlagzeug) und ihren Mitstreitern Joe Hottinger (Gitare) und Josh Smith (Bass). Damit ist zwar nicht unbedingt der balladenüberflutete Mittelteil mit dem gänsehautfördernden und äußerst einnehmenden „Beautiful with you“, dem drögen „In your room“ oder der uninspirierten Pianoschmachtnummmer „Break in“ gemeint, sondern eher das wandlungsfähige Organ von Frontsau Lzzy, die sowohl in harten („Love bites (so do I)“, „Freak like me“), groovigen („Mz Hyde“), stampfend-treibenden („Daughter of darkness“) oder relaxten, bluesinfizierten Rocktracks („American boys“) das kleine, kratzige Biest mimt, für das die restliche Mannschaft lediglich das solide Fundament liefert.

Gemeinsam mit dem Überhit „I miss the misery“, der jedem Fan fetziger und alles durchdringender Frauenpower wärmstens ans Herz zu legen ist, ergibt der zweite Longplayer von Halestorm somit ein kurzweiliges, aber durchaus schmackhaftes Fünf-Sterne-Menü, das zusätzlich zu den beiden, bereits erwähnten Mittelmaß-Balladen hinten raus mit einigen Belanglosigkeiten wie dem üblen Pink-Verschnitt „Here´s to us“ oder den bestenfalls durchschnittlichen Kompositionen „Rock show“ und „You call me a bitch like it´s a bad thing“ zu kämpfen hat, diese Mankos und die kurze Laufzeit von gerade einmal 41 Minuten jedoch mit viel Charme und einer sich hemmungslos austobenden Frontfrau auszubügeln weiß. Wer braucht nach so einer Vorstellung eigentlich noch Nickelback?

Anspieltipps:

  • I Miss The Misery
  • Beautiful With You
  • Daughter Of Darkness

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