Moonspell - Alpha Noir - Cover
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Moonspell Alpha Noir


  • Label: Napalm Records
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach „Night Eternal“ ruht sich die portugiesische Düsterkapelle auf einer soliden Platte ohne große Überraschungen aus.

Alpha und Omega. Anfang und Ende. Wollen Moonspell nach 20 Jahren voll von düsteren Kompostionen, Satansbezeugungen und dem Aufstieg zur bekanntesten portugiesischen Metalband mit einem Doppelalbum Lebewohl sagen oder ist der Titel des 9. Werkes „Alpha Noir“, das als Draufgabe einen dunklen Zwilling namens „Omega White“ (der uns leider nicht zur Besprechung vorlag) spendiert bekommen hat, lediglich von der Weltuntergangsstimmung in 2012 geprägt? Wie dem auch sei, verlernt haben Fernando Ribeiro (Gesang), Ricardo Amorim (Gitarre), Pedro Paixao (Keyboard, Gitarre), Aires Pereira (Bass) und Miguel Gaspar (Schlagzeug) absolut gar nichts und das Alphamännchen, das als Hommage für Bands wie Bathory, King Diamond oder Testament gedacht ist, dreht seine ersten, unheilvollen Runden im Abspielgerät.

Bedrohlich ist das Stichwort für den Opener „Axis mundi“, das allein wegen Ribeiros Reibeisenstimme ein typischer Moonspell-Track ist. Atmosphärisch, packend und aus den tiefsten Niederungen grollend, breiten sich die schwarzen Schatten majestätisch aus, bis im Anschluss „Lickanthrope“ einen Zahn zulegt, eindringliche Dynamikverläufe beherbergt und so mit enormer Zielsicherheit seinen flüchtenden Opfern nachstellt. Mit seltsamem Popvibe tänzelt anschließend „Versus“ um die Ecke und will einen einzigartigen Drive generieren, doch leider wirkt der Track trotz aufbegehrendem Gitarrenspiel und voluminösen Synthesizerspuren äußerst fehl am Platz. Nicht daneben, aber etwas zu forsch hechten „Em nome do medo“ und „Opera carne“ aus den Boxen, die den Hörer mit einer überladenen Vorstellung die Entscheidung zwischen Skip-Taste und Gleichgültigkeit nicht leicht machen.

Dafür legen Moonspell mit „Love is blasphemy“ einen donnernd-treibenden Rocker vor, der bestens zum Kopfschütteln geeignet ist, während der Titeltrack erst in den letzten 1 ½ Minuten sein starres Korsett ablegt und als mantraartige Beschwörungsformel seine Daseinsberechtigung belegt. An dieser Hürde scheitert „Grandstand“ leider, denn obwohl der Song mit dezenten Chorsamples, einer düsteren Stimmung und hervorragenden Riffs gesegnet ist, fehlt der Nummer der letzte Kick. Als kleine Entschädigung tischen Ribeiro & Co. mit dem abschließenden „Sine missione“ hingegen ein einzigartiges Instrumental auf, das wie aus einem Guß mit symphonischer Eleganz, erhabener Wucht und großartigem Spannungsbogen epische Ausmaße annimmt und somit schon fast als Höhepunkt auf „Alpha Noir“ gelten darf.

Der neunte Longplayer von Moonspell steht auf derselben Stufe wie das eine Woche zuvor erschienene „Tragic Idol“ von Paradise Lost: Das Album folgt auf einen unerwartet starken Vorgänger (hier „Night Eternal“ vom Mai 2008), viele Ideen wurden übernommen, aber nicht annähernd so stark in Szene gesetzt wie noch vor 4 Jahren und ein gewisser Stillstand ist nicht von der Hand zu weisen. Nichtsdestotrotz wird man als alteingesessener Fan des portugiesischen Fünfers keineswegs enttäuscht und es gibt ausreichend Material, das auf der bald anstehenden Promotour den Anhängern um die Ohren geschlagen werden kann ohne dass es zu Schulterzucken oder Augenrollen kommt. Alles in allem eine solide Platte ohne große Überrschungen.

Anspieltipps:

  • Axis Mundi
  • Sine Missione
  • Love Is Blasphemy

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