Huntress - Spell Eater - Cover
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Huntress Spell Eater


  • Label: Napalm Records
  • Laufzeit: 43 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

(Für Masochisten ohne Frage) DER Newcomer des Jahres 2012!

Gerne wird in Bandbiographien von den großen Errungenschaften der einzelnen Mitglieder gesprochen und die hervorstechendsten Merkmale beleuchtet um ein schlüssiges Paket an Informationen für die Fans oder den kritischen Endverbraucher zusammen zu stellen. Im Zuge der Veröffentlichung des Erstlingswerks der amerikanischen Heavy Metal Truppe Huntress, die laut Pressetext schon „tonnenweise Staub aufgewirbelt hat“, verhält es sich freilich ähnlich, jedoch scheint der Fokus ausschließlich auf dem kreischenden Etwas hinter dem Mikrophon zu ruhen, denn neben der „opernhaften Todesfee“ Jill Janus, „deren stimmlicher Umfang vier Oktaven umfasst und die einen unstillbaren Durst nach dem Okkulten verspürt“, erfährt man über ihre restlichen Mitstreiter Blake Meahl (Gitarre), Ian Alden (Gitarre), Eric Harris (Bass) und Carl Wierzbicky (Schlagzeug) absolut gar nichts.

Zur großen Verwunderung stellt sich aber nicht Madame Janus als die große Attraktion des Debüts „Spell Eater“ heraus, sondern die ehrfürchtige Reproduktion des Sounds der 80er Jahre New Wave Of British Heavy Metal Bands wie Diamond Head, Saxon, Iron Maiden, Metal Church oder King Diamond durch ihre Musikerkollegen. Da schnalzen nämlich gar nicht selten rasante Doppelgitarren um die Ecke, die Performance ist bodenständig und schnörkellos und wenn es einmal ein wenig flotter wird, donnert das Gitarre/Bass/Schlagzeug-Trio mit einem Groove durch die Boxen, dass man aufpassen muss, nicht gleich vom Stuhl geblasen zu werden. Betrachtet man diesen Punkt gesondert von der Darbietung von Fräulein Janus, so bekommt man in der gut ¾ Stunden langen Spieldauer etliches geboten, wozu es sich lohnt die Luftgitarre zu entstauben und die Metalmähne mächtig kreisen zu lassen.

Dummerweise ist „Spell Eater“ aber nun mal kein Instrumentalalbum und neben dieser herrlich oldschooligen Herangehensweise steht noch das kreischende, jammernde und durch und durch penetrante Organ von Miss Janus im Vordergrund, das jegliche Freude an diesem Retrowerk zunichte macht. Entschuldigung, aber dieses windschiefe Gekrächze und bestenfalls auf Karaokeniveau angesiedelte Rumpelstilzchen ist nervtötender als die 10.000 Folge von „Reich und Schön“! Sämtliche Passagen werden in der gleichen Intonation wiedergegeben, die normale Singstimme ist stets von einem glaszersplitterndem Unterton begleitet und wenn es einmal in derbere Gefilde geht, kippt die Stimmung recht schnell von passend zu übermotiviert. Hinsichtlich der hervorragenden musikalischen Leistung ist „Spell Eater“ als Gesamtpaket jedenfalls eine bittere Enttäuschung. Schade!

Anspieltipps:

  • Night Rape
  • Eight Of Swords

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