Angelus Apatrida - The Call - Cover
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Angelus Apatrida The Call


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Der räudige Bastard von Dragonforce und Megadeth gibt sich keine Blöße!

In stürmischer Manier und mit virtuoser Leichtigkeit hämmerten sich Guillermo Izquierdo (Gesang, Gitarre), David G. Alvarez (Gitarre), José Izquierdo (Bass) und Victor Valera (Schlagzeug) mit ihrem Century-Media-Debüt „Clockwork“ (06/2010) in das kollektive Bewusstsein der Thrashgemeinde. Bei weitem kein Meisterwerk, aber als eindrucksvolles Portfolio ihres Könnens nicht zu verachten, führte das „Countdown To Extinction“ (07/1992) auf Speed dazu, dass der spanische Vierer schnell zu einer gefragten Liveband im gesamten europäischen Raum wurde und neben Eröffnungsshows für Arch Enemy auch das Sonisphere oder das Bonecrusher Fest bespielte, wo man sich die Bühne mit unter anderem Keep Of Kalessin, Carnifex oder Dying Fetus teilte.

Das sukzessive „The Call“ schlägt nun, wie sollte es auch anders sein, in dieselbe Kerbe wie sein Vorgänger, ist jedoch um kleine, aber feine Änderungen nicht verlegen. So donnert die Produktion wesentlich moderner und weniger trocken aus den Boxen und die „abtrünnigen Engel“ jagen nun nicht mehr andauernd mit Tempo 240 gegen die nächstbeste Betonmauer, sondern halten mit einer „dynamischeren Leistungskurve“ (bei der unaufhörlichen Armada an Riffs, die sich Alvarez und Izquierdo aus den Fingern raspeln muss man unweigerlich an Extremsport denken) die Reizüberflutung in Grenzen, soll heißen, die diversen Einzelteile einer Komposition bestehen nicht nur aus einer technisch eindrucksvollen Aneinanderreihung von Riffs, Doublebassknüppeleien und hektischem bis aggressivem Shouts, sondern Angelus Apatrida orientieren sich stärker an den klassischen Strukturen ihrer Vorbilder aus der Bay Area und rücken die Struktur der Songs stärker in den Vordergrund.

Damit lassen die Spanier ihren Thrashhämmern mehr Luft zum atmen und ersticken diese nicht schon in den ersten zwei Minuten, wie es auf „Clockwork“ oft der Fall war. Zwar hätte jeder der zehn neuen Tracks auch vom Vorgänger stammen können und Innovationen dürfen mit der Lupe gesucht werden, aber allein der Longtrack „Reborn“ beweist eindrucksvoll, das Angelus Apatrida bei einer möglichen Pension von Megadeth, Annihilator oder Kreator als veritabler Ersatz gehandelt werden dürfen. Wer neues Futter für die Nackenmuskulatur benötigt, darf jedenfalls beruhigt zugreifen!

Anspieltipps:

  • Reborn
  • It´s Rising!
  • Blood On The Snow

Dieser Artikel ging am um 14:45 Uhr online.
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