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Tu Fawning A Monument


  • Label: City Slang/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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Tu Fawning - A Monument
10 1 9/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Trotz der redlichen Mühen unseres letztjährigen Versuchs: Tu Fawning kann man einfach nicht beschreiben.

Das ging schnell. Anfang letzten Jahres tauchte diese Band auf aus dem Amalgam der Indie-Szene Portlands und keiner kannte sie: Tu Fawning und ihr betörendes Meisterwerk „Hearts on Hold“, mutig in den Markt geworfen vom besten deutschen Indie-Label City Slang. Wie schwer genialische Debüts zu überwinden sind, davon wissen Popmusikerfahrene tausend Liedchen zu singen, doch Tu Fawning sind eine der Wenigen die gekommen sind um zu bleiben. Soviel steht fest, dank ihres nicht minder faszinierenden, aufwühlenden, berauschenden, dramatischen und preziösen Zweitwerks „A Monument“.

Falls zwischen allen Retromaniedebatten und Popdiskursen, die bescheinigen Popmusik hätte ihre kulturelle Relevanz verloren, zufällig jemand eine Erinnerung sucht, ob und das Popmusik Kunst sein kann, dann möge er diese Band hören. Joe Haege, war mit den 31 Knots und Menomena wahrlich nicht unausgelastet, doch mit dieser Corrina Repp musste man einfach eine Band machen, und auch wenn Liza Rietz und Toussaint Perrault sich immer dezent im Hintergrund halten, ihre Musik macht deutlich das hier ein echtes, gleichberechtigtes Kollektiv am Werk ist und nur durch die Hinzugabe der Kreativität aller Beteiligten ein derart vielfältiger und –schichtiger Sound herauskommen kann.

Vergleichende Recherchen werden schnell belegen, dass Tu Fawning eine Band sind, die man musikjournalistisch nur schwer einordnen kann, begrifflich, metaphorisch wie Genre-mäßig. Trotz der redlichen Mühen unseres letztjährigen Versuchs: Tu Fawning kann man nicht beschreiben, Tu Fawning muss man erfahren. Die Perkussivität und die aus allen Ecken pulsierende Rhythmik ihres Sounds sind nur grobe Koordinaten, potenziell alles was „klingt“ kann bei ihnen zum Einsatz kommen. Auf „A Monument“ sind es diesmal verstärkt seltsamste Synthie-Sounds, die sich mal paaren mit energetischen Bassläufen und schrillen Pauken und Trompeten („Blood Stains“), oder die mal Luft holen um ein sängendes Gitarren-Riff tief ins Bewusstsein schneiden zu lassen („Bones“). Ob im Chor („Wager“) oder nur getragen von Repps einnehmender Stimme („Anchor“): Tu Fawning sind eine der wenigen aktuellen Bands, die ihre Stimmen als tatsächliche Instrumente nutzen und sich um kein „ah“, „uh“ und „oh“ an der richtigen Stelle verlegen sind.

Doch vergeblich bleiben alle Versuche in Worte zu kleiden was auf diesem Tonträger eingefangen ist. Es sprüht vor einer wahrlich monumentalen Energie auf dem zweiten Tu-Fawning-Album. Repp, Haege, Rietz und Perrault erschaffen zum zweiten Mal in kürzester Zeit, was nicht wenige Musiker nie erreichen: Ein Erlebnis entstehen zu lassen. Schön, dass es diese Band gibt.

Anspieltipps:

  • Blood Stains
  • Bones
  • Wager
  • Build A Great Cliff
  • Anchor
  • Skin And Bone

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