Black Dice - Mr. Impossible - Cover
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Black Dice Mr. Impossible


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 46 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
8.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Nur als ausgezeichneter Masochist oder menschliche Ton-Dechiffriermaschine genießt man die für Normalohren sinnlos aneinandergereihten Geräusche

Ein Drogenrausch ist selten so interessant wie er klingt. Es scheint faszinierend, was den Personen alles unter Einfluss diverser Stoffe widerfährt. Die Magie des Erlebten bleibt jedoch den Konsumenten vorbehalten. Man „erinnert“ sich an die Begebenheiten der abgedrehten Art, aber ein Zuhörer kann kaum verstehen, worin der Reiz des Erlebnisses bestehen soll. Ähnlich geht es sämtlichen Gehörgängen, denen Black Dices „Mr. Impossible“ angetan wird. Was hier an Samples und Geräuschen aneinander geworfen wird ergibt ein verrücktes Puzzle, bei welchem kein Teil so recht ans nächste passen will. Wie sagte schon Farin Urlaub: „Manche nennen es Musik, doch für die meisten ist es Krach!“

Die Genrebeschreibung Noise gibt das Programm, welches man zu erwarten hat, schon vor, aber was Black Dice auf einen loslassen, ist dann wirklich zu viel des Guten. Von der ersten Sekunde an herrschen Kakophonien, die nie mitreißend laut, noch dezent sind. Dann mogeln sich Melodien rein, die langsam und genüsslich bis zur Unkenntlichkeit verzerrt werden. Ohne dass es dabei vor- und/oder rückwärts rätselt man von Track zu Track, was die Aussage dieser Musik sein soll. Sicher ist es Krach und auch ein (sprunghaftes) System lässt sich erkennen, aber man hat nie das Gefühl, dass dieses Element des Chaos etwas an sich reißt. Die Songs plätschern einfach vor sich hin, wechseln hier und da den Rhythmus und ergießen sich sinnlos in Störgeräusche.

Man möchte, aber man kann nicht mehr über die Band aus Brooklyn sagen. Kein Lied weiß etwas mit sich anzufangen und nur als ausgezeichneter Masochist oder menschliche Ton-Dechiffriermaschine genießt man die für Normalohren sinnlos aneinandergereihten Geräusche. Auf einem Sampler könnte ein Stück dieser Band sicher ein interessanter Kontrastpunkt und ein Blickwinkel auf Electro-Noise darstellen, doch eine Dreiviertelstunde werden es nur hartgesottene aushalten. Wer jetzt noch das Geld hat, sich Musik zu kaufen, die gerade so zu ertragen ist: Bitteschön! Ansonsten kann man Kinder so zu ihren Hausaufgaben foltern und locker leicht das Wohnzimmer für sich allein gewinnen.

Anspieltipps:

  • Spy Vs. Spy
  • Brunswick Sludge (Meets Front Range Trippers)
  • Pigs

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