Wingenfelder:Wingenfelder - Off The Record - Cover
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Off The Record


  • Label: Tag-7/Rough Trade
  • Laufzeit: 57 Minuten
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5/10 Unsere Wertung
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die sogenannten „Sprachrohr ihrer Generation“ geben sich nach nur einem halben Jahr wieder die Ehre und machen dem Graf weiter Konkurrenz.

Der erste Gedanke zu dem deutsch und englisch singenden Bruderpaar Wingenfelder:Wingenfelder war sicherlich nicht positiv. Bevor ihr Debüt „Besser Zu Zweit“ erschien, sah man sich Fremdschämmusik feinster Sorte ausgesetzt. Der jüngste Erfolg auf Seiten von Unheilig hätte Zweiflern jedoch schon im Vornherein einen Riegel vorschieben sollen. Der Absatzmarkt für ernste und nachdenkliche Musik in deutscher Sprache (und englischer sowieso) ist größer als je zuvor. Da kommt „erwachsene“ Musik über resignierte Ehen und 80er-Coverversionen gerade richtig.

Genau auf dieser Schiene kommt auch das zweite Album einer etwas inkonsequent zu Ende geführten Idee. Ursprünglich wollten die Wingenfelder ein Doppel-Album auf den Markt werfen und ganz klassisch ein Album auf Deutsch und das andere auf Englisch aufnehmen. Am Ende kamen zwei Mischungen heraus, was wohl dem fehlenden Selbstvertrauen zu Beginn geschuldet war. Jetzt muss man natürlich Angst haben, dass lediglich die zweite Wahl den Weg auf den Markt findet.

Der Auftakt des Albums macht es nicht gerade einfacher, die Qualität des Albums einzuschätzen. „A Girl Called Torch“ führt „Off The Record“ Radio tauglich, aber völlig ambitionslos an. Zusammen mit den Mädchen „Alaska“ und „Marlene“ kann sich Torch aus dem Opening-Song eine Ecke der Bedeutungslosigkeit suchen. In die Reihe der vielen Frauen-Namen-Liebeslieder reihen sich auch diese drei ein. Allein das „80's Girl“ kann den Hörer in seiner Country/Folk-Art mitreißen und unterhält, ohne wie die Classic-Rock-Nummer „Wake Up Sad Man“ im Strudel der Wiederholung zu verschwinden.

Aber auch „Off The Record“ hat seine starken und lichten Momente. Porträts von unglücklichen und stagnierten Ehen „Der Junge Auf Dem Weißen Pferd“ und der „360° Heimat“, die einen umgibt, sind präzise und interessant anzuhören. Und auch die englischen Radio-Songs ohne weitere Tiefe können zumindest so sanft strukturiert sein, dass man „Radio Orchid“ gerne zuhört und sich an die frühen 90er erinnert fühlt, wenn „14 Yellow Doors“ das Album mit mehrstimmigem Gesang und Akustikgitarre ausklingen lässt. Stärken und Schwächen sagen sich auf der zweiten Scheibe der Gebrüder Wingenfelder gute Nacht, sodass am Ende ein durchschnittliches Album herauskommt, das auf erstaunliche Tiefe beschämende Plätte folgen lassen kann.

Anspieltipps:

  • Der Junge Auf Dem Weißen Pferd
  • 360° Heimat
  • 14 Yellow Doors

Dieser Artikel ging am um 17:39 Uhr online.
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  • 2014    
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