Lail Arad - Someone New - Cover
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Lail Arad Someone New


  • Label: Minor Music Records
  • Laufzeit: 41 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Dutzend kleine Geschichten, denen zu lauschen eine wahre Wonne ist.

Die 27jährige Sängerin und Songschreiberin Lail Arad aus London legt mit „Someone New“ ein musikalisch furioses Debüt vor, bei dem auch die Texte voller entwaffnender Selbsterkenntnisse stecken, sodass es ein wahres Vergnügen darstellt, den 12 kleinen Geschichten in Wort und Ton zu lauschen.

Um Musik besser erklären zu können, wird oft nach Vergleichen und Beispielen gesucht. Das ließe sich auch im Falle Lail Arads anstellen. Doch um die Einzigartigkeit ihres ersten Albums besser herauszustellen, verzichten wir auf eben dieses Mittel. Denn „Someone New“ ist eines dieser seltenen Alben, die den Hörer von Beginn an packen und die Hoffnung beflügeln, dass dieses Hochgefühl bis zum Ende gehalten werden kann.

„Someone New“ schafft dieses Kunststück! Angefangen mit dem beschwingten Opener „Over my head“, in dem Bläser, Streicher und verspielte Pianoläufe zum Einsatz kommen, über die mit der kalten Jahreszeit verwobene Liebesgeschichte in „Winter“ bis hin zum inhaltlichen Höhepunkt des Albums in „The pay you have to price“. In diesem Song stellt Lail Arad mit den Protagonisten „Marcel, Manolo, Marco und Hiroshi“ die internationale Manneskraft grandios auf die Probe.

Mit ihrer wandlungsfähigen Stimme passt sich die 27-Jährige mit israelischen Wurzeln den verschiedenen Stimmungen ihrer Songs wunderbar an. Lail Arad erzählt davon, dass jeder, der etwas auf sich hält, nach Berlin zieht („Everyone is moving to Berlin“) und dass sie scharf auf einen Jungen ist, der in einer Beziehung lebt („Mm Mm“). Sie durchleuchtet das Innenleben ihrer Geschlechtsgenossinnen („Who am I“) und kann sich ein stilles kichern am Ende eines Songs, wenn sie es mit der Kreativität mal wieder auf die Spitze getrieben hat, nicht verkneifen („Reminds me of you“).

„Someone New“ ist ein herrliches erfrischendes Debütalbum einer jungen Künstlerin, die scheinbar keine musikalischen Grenzen kennt, ihre Sozialisation allerdings mit den Musiker-Kolleginnen und Kollegen aus den 70er Jahren betrieben hat, während ihr Freundeskreis in den 90er Jahren den damals aktuellen Strömungen nachhing. Das zahlt sich nun aus, wenn Lail Arad die Popmusik in all ihren Facetten zitiert, was aus ihrem Mund genauso sympathisch versponnen klingt, wie die Songs ihres Debütwerks: „Für mich war das Machen des Albums so, als ob ich einen Haufen Musiker, Ex-Boyfriends, köstliches Essen und geheime Tagebücher in eine große Waschmaschinentrommel geworfen hätte, das Ganze dann bei Höchsttemperatur so lange geschleudert hätte, bis schlussendlich ein wunderbares buntes Kleid herauskam, das ich schrecklich gern anziehe.“

Anspieltipps:

  • Winter
  • The magic
  • Someone new
  • Over my head
  • The pay you have to price

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