Fighting Fiction - Fighting Fiction - Cover
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Fighting Fiction Fighting Fiction


  • Label: Xtra Mile Records
  • Laufzeit: 34 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Punkrock der sich jeglicher Originalität entbehrt, doch bei guter Unterhaltung fragen die Wenigsten, ob es sich um schon Dagewesenes handelt.

Wie Punk-Rock in einer Zeit frei von den ganz offensichtlichen Problemen (aus der naiven Sicht des Mittelstandes) bestehen soll, ist eine Frage, der oft genug nachgegangen wurde. Der Sound von Blink 182 und Rise Against zieht auch heute noch und The Offspring haben gerade erst wieder eine Single auf den Markt geworfen. Die britischen Neulinge Fighting Fiction sollten sich also keine allzu großen Sorgen darum machen, ob ein Hahn nach ihrer Musik kräht.

Wenn es den Ausdruck „typischer Punkrock anno 2000“ gibt, dann fallen auch die Briten unter diese Kategorie. Von der ersten Sekunde an wird einem Genre gehuldigt. Es wird, wenn man böse sein möchte, gar nicht mitgestaltet, sondern von der ersten bis zur letzten Sekunde zitiert. Ob es sich bei der Kürze des Debütalbums um einen kalkulierten Schachzug hielt, kann man nicht genau sagen, doch so verhindert Fighting Fiction zu langweilen. Es scheint unmöglich, wenn man aufbegehrende Hymnen wie „Amzing Grace“ und „For Unsung Heroes“ serviert bekommt.

Der Kniff besteht darin, dass sich jedes Lied versucht nur einmal zu wiederholen. Anstatt uns typischer Weise einen Top-Hit in zehn Variationen zu präsentieren, versuchen die Jungs mal mit einer etwas heftigen Note an Billy Talent zu erinnern („Turning Rebellion Into Money“) oder den Verbündeten Reggae-Freunden Futter zu spendieren („No Room At The Inn“). Dazu kommt natürlich eine Hymne, die mitsamt Lo-Fi-Balladen-Intro geliefert wird und fertig sind 34 abwechslungsreiche Minuten. Diese entbehren sich zwar jeglicher Originalität, doch bei guter Unterhaltung fragen die Wenigsten, ob es sich um schon Dagewesenes handelt.

Der Hörer ist gut damit beraten, wenn er 34 Minuten seine Liebe für britischen Punkrock der neuen Generation genießen möchte ohne Revolutionen zu erwarten. Nicht jede Band haut heutzutage ein „American Idiot“ heraus und so sind erfrischende Texte um Fans mit „Cameraphones & Choruses“ ein guter Anfang. Für Album Nummer zwei muss die Band allerdings anfangen sich ein eigenes Profil zu schaffen. Ansonsten gehen sie als Undercover-Cover-Band in die Fußnoten der Geschichtsbücher ein.

Anspieltipps:

  • No Room At The Inn
  • Amsterdam
  • Cameraphones & Choruses

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