U.D.O. - Celebrator (Rare Tracks) - Cover
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U.D.O. Celebrator (Rare Tracks)


  • Label: AFM Records
  • Laufzeit: 106 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Umfangreiche, aber zwiespältige B-Seiten- und Raritätensammlung für Fans von rostfreiem Solinger Edelstahl.

Rumpelstilzchen Udo Dirkschneider ist im April 60 Jahre geworden. Und wie feiert man ein solch freudiges Ereignis? Richtig! Man bringt eine Compilation der Band heraus, in der man fast die Hälfte seines Lebens, genauer gesagt ein Vierteljahrhundert, verbracht hat und lässt ein paar Monate später (voraussichtlich im August) noch eine Live-CD/DVD der letzten Tour folgen. Bevor nun allerdings euphorische Freudentänze aufgeführt werden, sollte erst einmal ein Blick auf die fast 2-stündige Zusammenstellung geworfen werden, denn schließlich handelt es sich hierbei noch immer größtenteils um Material, das aufgrund mittelmäßiger Performance beim Ersteinsatz eines Albums der Schere zum Opfer gefallen ist und lieber als Bonus oder Single-Draufgabe verwertet wurde.

Besonders auffallend ist jedoch das Wort „Remix“ nach jedem zweiten Track, das wohl die leicht modifizierte Ader der jeweiligen Kompositionen unterstreichen soll, im Endeffekt aber meist kaum vom Original unterschieden werden kann. Diese stellen übrigens meist einen japanischen Bonus Track („Stormbreaker“, „Bleeding heart“, „Man a king ruler“, „Borderline“, „The key“) oder eine herkömmliche B-Seite dar („Run!“, „Free or rebellion“, „Bodyworld“, „Systematic madness“, „Streets of sin“, „Hardcore lover“, „Scream killers“) und sind maximal als nett einzustufen oder als Durchschnittsware mit altbekannten Strukturen ausgestattet. Wesentlich alterierter gebärden sich da schon die Piano Version von „Balls to the wall“ oder die Orchestral Version von „Tears of a clown“, die wohl besonders frühzeitig für das Weihnachtsgeschäft mit Klaviergeklimper und Plastikstreichern geschmückt werden dürften und einen besonders starken Magen abverlangen.

Am spannendesten sind auf „Celebrator“ daher die wirklichen Spezialitäten wie das schief gelaufene Hammerfall trifft U.D.O.-Experiment „Head over heels“ (Dirkschneider und Cans harmonieren einfach nicht), die mit Synthieschleifen durchzogene Lordi feat. Udo Dirkschneider-Nummer „They only come out at night“, der nach Väterchen Russland schielende Klischeetrack „Platchet soldat“ (mit dem russischen Backup Factor 2), das fürchterliche Geknödel von Doro Pesch in „Dancing with an angel“ oder die Tribute-Beiträge für Accept („X-T-C“) und Judas Priest („Metal gods“). Über das unerträgliche Gejaule der Power Metal-Truppe Raven in der Verstümmelung des Steppenwolf-Klassikers „Born to be wild“ breiten wir abschließend jedoch besser den Mantel des Schweigens und hoffen, dass das angekündigte CD/DVD-Paket zur „Rev-Raptor“-Tour größeren Nährwert bietet.

Anspieltipps:

  • Metal Gods
  • The Silencer
  • Systematic Madness (Remix)
  • They Only Come Out At Night (with Lordi)

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