Joe Bonamassa - Driving Towards The Daylight - Cover
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Joe Bonamassa Driving Towards The Daylight


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 57 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Dieses reinere Bluesalbum ist einheitlicher, aber zugleich ärmer an Höhepunkten als die Vorgänger. Keine Sorge, Bonamassa besitzt zu viel Talent, um ein schlechtes Album aufzunehmen!

Joe Bonamassa hat mit seinen Soloalben ein neues Ziel vor Augen. Er möchte den Blues an die jüngere Generation heranführen, ihn verändern und dabei an das neue Jahrtausend anpassen. Von diesem Blickpunkt aus betrachtet hat Bonamassa in den letzten Jahren eigentlich nichts anderes gemacht. Seine Kombination aus Blues und Rock hat sicherlich vielen jungen Hörern aufgezeigt, woher die Rockmusik eigentlich abstammt, aber auch durch die Vermischung mit vielen anderen, länderspezifischen Musikstilen zeigte er die Vielseitigkeit des Blues und damit natürlich seine außerordentlichen Fähigkeiten. Immer ein Balanceakt zwischen Vergangenheit und Gegenwart, aber jetzt soll es auch in die Zukunft gehen, Richtung Lichtquelle.

Auf „Driving Towards The Daylight“ ist Joe zum reineren Blues zurückgekehrt, also doch Vergangenheit. Das zeichnete sich bereits auf „Dust Bowl“ ab, ist diesmal aber noch konsequenter, und tatsächlich leichter und heller von der Beschaffenheit. Die dunkleren Hardrock-Einflüsse der Marke Led Zeppelin, die auf den Alben „Black Rock“ und „The Ballad Of John Henry“ so deutlich zu hören waren, sind so gut wie verschwunden. Vielleicht hat er die Leidenschaft für die härteren Töne mittlerweile ganz auf Black Country Communion verlagert, der Supergroup, mit der er bereits zwei Alben aufgenommen hat. Die Bluespuristen wird es freuen ein viel einheitlicheres Album in den Händen zu halten als es die Vorgänger waren. Gleichzeitig bedeutet das weniger Abwechslung in der Musik und, um es auf den Punkt zu bringen, leider weniger wirkliche Höhepunkte.

Die Adaptation einiger Bluesklassiker gelingt dem Amerikaner wie üblich spielend einfach, nur sind es meist seine eigenen Songs, die herausstechen und besonders positiv auffallen (auch wie üblich). Sein Opener „Dislocated Boy“ verändert die Struktur mehrere Male auf untypische und sehr gelungene Weise. Der Titeltrack ist eine wunderschöne Ballade, die zu den besten Stücken des Albums zählt. Der auffälligste und damit am meisten einprägsame Song kommt aber von Jimmy Barnes, der ihn auch selbst singt, „Too Much Ain’t Enough Love“. Trotz der einheitlichen Linie des Albums, benutzt Joe immer wieder andere Gitarren und Verstärker, wodurch er ganz andere Tonfarben kreiert. Als Beispiel kann das sehr nach Gary Moore klingende „Who’s Been Talking?“ herangezogen werden, das sich sehr vom Stevie Ray Vaughan Bottleneck-Blues eines Songs wie „Somewhere Trouble Don’t Go” unterscheidet.

Das 13te Album Bonamassas beinhaltet auch einige weniger spannende Songs, was die Gesamtnote ein wenig drückt, aber keine Sorge, der Bluesmeister kann gar keine schlechten Alben aufnehmen, dazu besitzt er einfach zu viel Talent. Seinen alljährlichen Veröffentlichungszyklus kann Bonamassa nur durch die Kombination aus eigenen und altbekannten Fremdsongs erreichen. Dies ist sinnvoll, um die jüngere Generation auch für den Blues von einst zu begeistern, aber wenn er seiner Aufgabe gerecht werden will und den Blues modernisieren möchte, sollte er endlich ein Album nur mit eigenen Stücken aufnehmen. Wird das irgendwann mit zunehmendem Alter passieren? Wir werden hören.

Anspieltipps:

  • Too Much Ain’t Enough Love
  • Driving Towards The Daylight
  • Dislocated Boy
  • Somewhere Trouble Don’t Go

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