OOMPH! - Des Wahnsinns Fette Beute - Cover
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OOMPH! Des Wahnsinns Fette Beute


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 53 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
4.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Oomph! ironisch und kritisch wie eh und je auf der Suche nach „Des Wahnsinns fetter Beute“.

Vier Jahre haben Oomph! die Musikwelt seit ihrem „Monster“-Album (8/2008) mit nichts Neuem mehr versorgt. „Best Of“-Alben bzw. Übersetzungen ins Englische („Truth Or Dare“ (2/2010)) hielten die Fans nur ansatzweise bei Laune. Entsprechend groß war die Hoffnung, dass „Des Wahnsinns fette Beute“ dem Titel gerecht wird und einen Aufschwung mit sich bringt.

Leider weit gefehlt. Wie bei Oomph! Üblich, ist auch auf diesem Album alles ein wenig anders als vorher, sprich: experimentell und mit neuem musikalischen Wind behaucht. Die Band spielt mit Elektronik, mit harten Gitarren und Synthesizern – so muss es sein, denn komplett erfindet sich keine Band neu. Gleichzeitig spielt man mit neuen Elementen, sei es HipHop á la Deichkind in „Kleinstadtboy“ oder ein klassischer Walzer in Seemannsliedtradition („Seemannsrose“). Und doch klingt alles typisch Oomph! – wenn auch ohne große musikalische Highlights. Keiner der Songs springt rein musikalisch sofort ins Ohr und reißt vom Hocker.

Es sind dagegen die Texte, die beim genaueren Hören hier und da aufhorchen lassen. Es ist dieser Funken Ironie und Sozialkritik, die sie interessant machen. Und doch – ist das alles wirklich neu? Homosexualität („Seemannsrose“), Transsexualität („Aus meiner Haut“), Selbstmord („Unendlich“) und Gesellschaftskritik („Bonobo“, „Deine Eltern“) sind sicherlich allesamt aktuelle Themen, die durchaus jeden betreffen und doch wird man das Gefühl nicht ganz los, dass damit die gesamte Klischeeschublade abgehandelt wurde.

So bleibt nach dem Schlusstrack („Unendlich“) ein fader Nachgeschmack von vielen durchaus guten Ansätzen, die schlichtweg ungenutzt im Raum hängen sowie die verzweifelte Suche nach den wirklichen Sinn des Silberlings. Aber vielleicht ist genau die Feststellung, dass diese Suche eher erfolglos bleiben wird „Des Wahnsinns fette Beute“?

Anspieltipps:

  • Bis der Spiegel zerbricht
  • Bonobo
  • Aus meiner Haut

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