Conor Oberst - One Of My Kind: The Story Of The Mystic Valley Band - Cover
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Conor Oberst One Of My Kind: The Story Of The Mystic Valley Band


  • Label: Team Love/INDIGO
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Bright Eyes-Sänger Conor Oberst und seine Mystic Valley Band verwerten auf „One Of My Kind“ unveröffentlichtes Material und einen Dokumentarfilm.

Eigentlich wollte Conor Oberst im mexikanischen Tepoztlan nur sein selbstbetiteltes Soloalbum „Conor Oberst“ aufnehmen, doch wie es in der Musikbranche so ist, gehen Dinge manchmal ihre eigenen Wege. Natürlich benötigt selbst der noch so talentierte Singer-Songwriter auch ein paar Menschen, die die passenden Töne auf den Instrumenten spielen. Nachdem Oberst bereits für sein eigentliches Bandprojekt Bright Eyes mit einigen Musikern zusammenarbeitete, lag es nahe, einen Kreis aus alten Bekannten um sich zu scharen. Gemeinsam mit seiner mystischen Tal-Band produzierte Oberst also nicht nur sein Soloalbum und bastelte an Songs wie „Milk Thistle“ oder „Leaders In The Temple“, sondern produzierte kurze Zeit später auch das Album „Outer South“. Während „Outer South“ nicht unbedingt als Meilenstein der Musikgeschichte zu bezeichnen ist, klingt „One Of My Kind“ schon vielversprechender.

“One of My Kind” setzt sich zusammen aus einer Dokumentation, vier Songs von der „Gentlemen’s Pact“-Tour EP und sieben bisher unveröffentlichten Songs von Conor Oberst and the Mystic Valley Band. Interessant ist an „One Of My Kind“ vor allem die Tatsache, dass ein Großteil der Songs „lediglich“ Ansammlung von zufällig produziertem Material während der Studio-Sessions sein soll. Der Titelsong „One Of My Kind“ ist nicht nur Opener, sondern gleichzeitig Herzstück des Albums. Hier stellt sich bereits die Frage, ob es sich hierbei allen Ernstes nur um eine Reste-Compilation handelt. Während man sich bei anderen Bands die Anschaffung einer solchen Resteverwertung (Nomen est Omen!) auch sparen kann, geben die hier abgelegten „Outtakes“ eine bemerkenswert gute Sammlung ab. Der Western-Saloon-Track „Corina, Corina“ leitet über auf den „Synesthete Song“, der sich mit einer etwas ausgefallenerem, experimentellen Aufmachung vom Rest der Songs abhebt, gefolgt von der bedächtigen und typisch-melancholischen Nummer „Breezy“. Fünf großartige Songs, die dem Hörer suggerieren, dass Conor Oberst in den letzten Jahren nicht nur lustlos auf der Gitarre geklampft hat. Schade ist, dass das Album ab den ersten fünf Songs anfängt zu schwächeln. Es wird belanglos, lustlos und platt. Paul Simons„Kodachrome“ rüttelt die Geister noch einmal wach, reicht jedoch nicht aus um die Power der ersten Songs beizubehalten. Die Mischung hätte es eventuell gemacht.

Die mitgelieferte Dokumentation „One Of My Kind: The Story of the Mystic Valley Band” zeigt mithilfe milchiger, nostalgischer Handkamera-Aufnahmen einen Einblick in die Bandhistorie. Der Zuschauer erfährt, was es eigentlich mit der mystischen Namen der Band auf sich hat, welche Art von Tour-Blessuren einen Musiker außer Gefecht setzen können und wie viel Rock'n'Roll hinter all den melancholischen Texten steckt. Zusammengefasst ist „One Of My Kind“ sehr viel hörenswerter als sein Vorgänger „Outer South“, schwächelt ein bisschen im Abgang, lohnt sich dank Dokumentation und einer Ansammlung von Resten, die gar keine sind aber trotzdem.

Anspieltipps:

  • One Of My Kind
  • Synesthete Song
  • Breezy
  • Corina, Corina

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