Kimbra - Vows - Cover
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Kimbra Vows


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 55 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf der Fährte von Gotye: Nach dem Sensationsduett nun das Debütalbum der Neuseeländerin.

Seit fast einem Jahr geistert nun schon der Song „Somebody that I used to know“ des australischen Sängers und Songschreibers Gotye (32) durch den Äther und ist einfach nicht totzukriegen. Das Stück belegte weltweit in allen wichtigen Charts den ersten Platz und ist auch heute noch täglich im Radio zu hören. Als Duettpartnerin für den Track hat sich Gotye die erst 22jährige Neuseeländerin Kimbra Johnson ins Studio geholt, die parallel zur Singleveröffentlichung mit Kollge Gotye ihr Debütalbum „Vows“ über Warner Music in die heimischen Läden stellte und damit einen Achtungserfolg erzielte. Danach wurden Stück für Stück offizielle Veröffentlichungen auf den übrigen Weltmärkten vorgenommen, zu denen sich nun auch der deutsche Markt gesellt.

„Vows“ hat eine dreieinhalb Jahre andauernde Entstehungszeit in diversen Studios in Kimbras australischer Wahlheimat Melbourne hinter sich. Es wurde co-produziert von dem eigentlich auf HipHop spezialisierten M-Phaze (Talib Kweli, Pharoahe Monch) und als Co-Songwriter von dem Filmmusikkomponisten Francois Tetaz („Thunderstruck“, „Wolf Creek“) begleitet. Zudem tragen sich mit Mike Elizondo (Alanis Morissette, P!nk, Eminem, Nelly Furtado), Greg Kurstin (Peaches, The Flaming Lips, The Shins, Marina & The Diamonds) sowie Mark Foster (Foster The People) auch drei über Australien hinaus bekannte Namen in die Songwriterliste ein.

Musikalisch verfolgt die Neuseeländerin einen Stil-Cocktail aus Electro, Jazz, Soul, HipHop sowie Art-Pop und schrammt damit natürlich nicht an einer Nennung von Björk als Referenz vorbei. Damit steht Kimbra schon mal nicht im Verdacht 08/15-Pop zu machen, was sich auf den 13 Songs auf „Vows“ bestätigt. Mit exaltiertem Gesang, verspielten Arrangements und eine ebenso glasklaren wie druckvollen Produktion legt Kimbra ein spannendes Album vor, das ohne das Rad der Popmusik neu zu erfinden trotzdem als anspruchsvolle Unterhaltung gelten darf.

Dazu tragen die vielen kleinen kompositorischen Details bei, die sich in den Stücken verstecken und den Hörer nicht zur Ruhe kommen lassen, wenn er all diese entdecken möchte. Zudem überspannt Kimbra nicht den Bogen mit experimentellen Passagen, wodurch sich die 22-Jährige wiederum wohltuend von Björk abgrenzt, die es mit ihrem unzugänglichen Avantgarde Pop zunehmend übertreibt. Es findet sich zwar kein zweites „Somebody that I used to know“ auf „Vows“, doch dieses Album funktioniert eh mehr als zusammenhängende Songsammlung mit verschiedenen Stimmungsfarben und klug miteinander verwobenen Stilarten und nicht als Trittbrett für eine Hitsingle, nach der nichts mehr kommt. Und sind wir mal ehrlich, darauf läuft es bei Gotye zurzeit hinaus.

Anspieltipps:

  • Warrior
  • Settle down
  • Two way street
  • Come into my head
  • Plain gold ring (Live)

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