And Also The Trees - Hunter Not The Hunted - Cover
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And Also The Trees Hunter Not The Hunted


  • Label: Normal/INDIGO
  • Laufzeit: 52 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die ewig hungrigen Briten mit einer sehnsüchtigen Wohltat. Trotz der Vielzahl an leisen Tönen stets dringlich.

Die Briten von And Also The Trees, seit 1979 musikalisch aktiv und stets ihren Sound neu ausrichtend, gehören zu den langlebigen Bands mit einer leidenschaftlichen Fan-Basis. Im Grundton sind sie seit ihrem Beginn und lyrisch verziertem Post-Punk dunkel und majestätisch, nicht zuletzt durch die anziehende Stimme des Sängers und Gründungsmitglied Simon Jones forciert. Anfang der Neunziger tauschte der Klang seine britisch industrielle Kälte gegen wärmere Komponenten wie Folk, zartem Jazz und eine Weite, die nichts als große Sehnsucht zurücklässt.

Auch auf dem neuen Longplayer „Hunter Not The Hunted“ setzen And Also The Trees Akzente, die sich fest in Geist und Seele graben, größtenteils akustisch instrumentiert, mit filigraner Fingerfertigkeit und dichtem Songwriting abgerundet. Schon beim Opener „Only“ kann der Hörer nicht anders, als tief einzutauchen in schwebende Gitarrenklänge, tribal-artige Percussions und die unvergleichlich lyrische Poesie. Sich fallen lassen, ist der Schlüssel zu „Hunter Not The Hunted“ und erhabenen Stücken der puren Ästhetik und dunklem Zauber aus einer anderen Welt. So reduziert, wie das Werk im Gros tönt, so zwingend ist es mit seiner gedämpften Farbgebung.

Trotz der leisemalerischen, zurückhaltenden Ausrichtung bleiben genug Ausreißer, die die Spannung erhalten und sich darüber hinaus wundervoll in den Gesamtkontext betten. Zum Beispiel „Bloodline“, das sich zwischendurch einfach taumelnde Volkslied-Qualitäten leistet, der elektronisch lauernde Blues von „Black Handled Knife“ und „What‘s Lost Finds“, der in seiner Meloncholie auch echten Folk-Pop beheimatet. So vollziehen And Also The Trees einen vereinnahmenden Abgesang auf diese Welt und formen eine neue, feinsilbig instrumentiert und atmosphärisch über jeden Zweifel erhaben.

Anspieltipps:

  • Only
  • Bloodline
  • What‘s Lost Finds
  • The Floating Men

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