Amy Macdonald - Life In A Beautiful Light - Cover
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Amy Macdonald Life In A Beautiful Light


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Popmusik in seiner charmantesten und natürlichsten Art.

Neben all dem Müll, der Woche für Woche auf den Musikmarkt geworden wird, schreibt die Popmusik zum Glück immer wieder diese kleinen und großen Geschichten, die einem den Glauben an das Gute zurückgeben. In solchen Fällen spricht allein die Musik für sich und Begriffe wie Promotion und Marketing (die freilich nicht vollends ausgeblendet werden können) benötigen kein gruseliges Beiwerk wie inszenierte Skandale und Paparazzi-Fotos.

Zu diesen angenehmen Erscheinungen zählt zum Beispiel die 24jährige schottische Sängerin und Songschreiberin Amy Macdonald, die das Publikum seit nunmehr vier Jahren mit ihrer Musik und ihrem natürlichen Auftreten verzaubert. Dass aber auch sie sich nicht dem Hamsterrad der Musikindustrie entziehen kann, zeigt die Tatsache, dass mit „Life In A Beautiful Light“ inzwischen bereits das dritte Studioalbum der Schottin vorliegt. Diese Geschwindigkeit kann einem tatsächlich ein wenig Angst machen, weil immer die Gefahr besteht, dass darunter das Songwriting leidet.

In der Tat haben sich die Songs der 24-Jährigen leichten Veränderungen unterzogen. So waren bereits auf dem zweiten Studiowerk „A Curious Thing“ (03/2010) die Singer/Songwriter-Ansätze sowie der luftige Folk-Pop einer kraftvolleren Produktion gewichen, die zwar den zarten Kern der Songs nicht verheimlichen konnte, aber eben deutlich mehr Druck hatte als noch das Debüt „This Is The Life“ (03/2008). Mit „Life In A Beautiful Light“ sucht und findet Amy Macdonald nun den Kompromiss aus beiden Welten, ohne den wahren Fans vorzuenthalten, wo die Basis ihrer Kompositionen liegt. Denn eine exklusive Deluxe Version des Albums, die bis dato nur über den Fanshop des Labels zu beziehen ist, enthält sämtliche aktuellen Songs nochmals in akustischen und instrumentalen Versionen. Dadurch bekommt der Hörer einen Eindruck davon, wie die Songs am Anfang des Entstehungsprozesses geklungen haben müssen, bevor sie im Studio in Bandformation arrangiert und eingespielt wurden.

Nach dieser Behandlung zusammen mit Produzent Pete Wilkinson (Paolo Nutini) gehen die Songs einen gewohnten gelungenen Dialog aus Amy Macdonalds Akustikgitarre, ihrer unverwechselbaren Stimme, die dem Klang der schottischen Sprache einiges an Härte nimmt sowie einem gut austarierten Maß an Studiobombast zur Verdichtung des Sounds mit Bläsern („4th of july“), Streichern („Slow it down“), Keyboards („Across the Nile“) und E-Gitarren („The game“) ein.

Schön ist, dass Amy Macdonald in ihren Texten nicht die in der Popmusik üblichen Allgemeinschauplätze abhandelt, sondern sich Gedanken um politisches Tagesgeschehen und sozialkritische Themen macht, aber dabei nicht die Leichtigkeit verliert, auch mal vermeintlich seichtere Inhalte anzupacken. Und so hat wie schon auf ihrem Debütalbum wieder ein Song Einzug gehalten, der das Thema Fußball als Grundlage hat. Diesmal besingt Amy in „The green and the blue“ die Glasgower Erstligateams Celtic (Green) und Rangers (Blue) und trifft damit im Jahr der Fußball Europameisterschaft direkt ins Herz der männlichen Fans, während sie dem Thema geschuldet mehr denn je in ihren herrlichen schottischen Akzent zurückfällt.

Mit „Life In A Beautiful Light“ gelingt Amy Macdonald erneut ein fehlerloses Album, das vor Leichtigkeit und Eleganz strahlt, so als wüsste diese junge Künstlerin gar nicht was Erwartungsdruck bedeutet. Schön, dass es so etwas noch gibt!

Anspieltipps:

  • The game
  • 4th of july
  • Slow it down
  • Life in a beautiful light
  • The days of being young and free

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