Der König Tanzt - Der König Tanzt - Cover
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Der König Tanzt Der König Tanzt


  • Label: Fettes Brot/INDIGO
  • Laufzeit: 38 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

König Boris (Fettes Brot) auf Solopfaden zwischen Party-Alarm, musikalischer Referenz und Kritik an den Zuständen. Zum Glück frei vom mahnenden Zeigefinger.

Der König Tanzt ist das Soloprojekt von König Boris aus dem Hause der derzeit auf Eis liegenden Fettes Brot. Im schillernden Outfit samt Hut und Feder holt dieser in der Schnittmenge irgendwo zwischen New Wave, Neuer Deutsche Welle und Eurodisco zum partytauglichen Electro-Pop-Rundumschlag aus. Selbstbetitelt das Debütalbum, selbstbewusst sein Umgang mit optischem sowie musikalischem Trash, doch durchaus doppelbödig der Spaß inklusive Ohrwurm-Feuerwerk.

„Alles Dreht Sich“ tönt als programmatischer Einstieg in pochende Electro-Beats, wirbelnde Sound-Effekte und ist als Rave zu verstehen, der sich rasend dem Zeitgeist widmet und zwischen den Tönen fordernd dem „Höher, schneller, weiter“-Zwang in die Augen blickt. Die aktuelle Copyright-Diskussion wird in „Foto“ aufgegriffen, musikalisch in schwebender Gemütlichkeit inszeniert und gerade deshalb spannend, wie vieles auf „Der König Tanzt“. Der erste Hördurchgang offeriert nicht mehr als eine spaßige Selbstverwirklichung von König Boris, sozialisiert von New Wave und generell den Achtzigern, doch unter der Haube liegen so manche Details, deren Entdeckung Runde für Runde den Wohlklang befeuert.

Zündet bei „Schwanenteich“ noch der sich überschlagende Klavier-Sound in bester Erinnerung an den UK-Rave der frühen Neunziger, umrandet von Seitenhieben in Richtung Politik und Gesellschaft, pumpt „L.U.C.I.“ den funky Bass in die Beine und wirft „Holidays Im Krieg“ die Frage auf, inwieweit der kollektive Ballermann-Abschuss dem gesellschaftlich weit weniger akzeptierten Polit-Aktionismus ähnelt. Bei all den Interpretationen und textlichen Anspielungen lebt das erste Solowerk von König Boris selbstredend auch von der Musik, die zeitlos Referenzen aus den Achtzigern und späten Neunzigern zu Tage befördert und dabei höchst infektiös punktet.

Anspieltipps:

  • Alles Dreht Sich
  • Häuserwand
  • L.U.C.I.
  • Holidays Im Krieg

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