Lower Dens - Nootropics - Cover
Große Ansicht

Lower Dens Nootropics


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 51 Minuten
Artikel teilen:
4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Es ist nicht Kunst, es ist nicht Unterhaltung. Was bitteschön ist es?

Warum Lower Dens mit dem Anspruch ganz neuer, großartiger Musik auf ihrem neuen Album „Nootropics“ größtenteils scheitern ist schnell erklärt. Denkt man zurück an Dänemarks Vorzeigeband Kashmir und ihr Album „No Balance Palace“ (sämtliche Indie-Fans, die dieses Album nicht kennen haben Nachholbedarf), dann erinnert man sich, wie die verschiedenen Puzzleteile moderner Pop-Rock-Musik zusammenflossen. Unter anderem gab es die Songs „Ether“ und „Snowman“, die mit gruseligem Lo-Fi-Flair den Hörer aus der vorher so farbenfrohen Klangwelt des Albums rissen und eine neue Ebene zum Album hinzufügten. Auf Lower Dens' „Nootropics“ gibt es dagegen nichts Anderes als diese eine Ebene und mit einer erschreckenden Präzision wird der Hörer damit gelangweilt.

Legt man die neue Scheibe ohne Vorwissen ein, erwartet man eine neue Musikreise. Lower Dens machen psychedelische und anspruchsvolle Musik, die nicht für nebenbei ist. Der geneigte Hörer wird sich also auch in dieser Klangwelt verlieren wollen. Er saugt die verschiedenen Elemente auf: Den melancholischen Gesang, die verschwommenen 90s-E-Gitarren und die platzierten Synthies. So ist „Alphabet Song“ ein ergiebiger Auftakt für ein Album solchen Genres. Das Problem ist nur, dass man im Anschluss dieses Rezept leicht abgeändert immer wieder aufgetischt bekommt. Wenn es sich um immer neue Ohrwürmer handeln würde, wäre dies zu verschmerzen. Wie gesagt sehen sich Lower Dens jedoch als Künstler, die nicht mit bloßer Radiomusik punkten wollen und punkten dementsprechend überhaupt nicht.

Nur ganz selten wird der psychedelische Stil und die Retro-Synthies so eingesetzt, dass der Hörer aufmerkt, wie im stimmigen „Candy“, da ansonsten die Wiederholung Programm ist. „Lion In Winter Pt. 1“ ist ein weiterer Ausdruck des Tondilemmas auf „Nootropics“. Ein mehr als vier minütiger Track, der sich in wabernden Störgeräuschen ohne jegliche Magie verliert, um die Einleitung zu einem mäßigen und viel zu oft gehörten Song auf diesem Album zu sein. Dass das immer gleiche Programm im Schlusstrack „In The End Is The Beginning“ gleich zwölf Minuten lang zelebriert wird, zeigt, wie sehr sich die Gruppe auf ihren Ansatz versteift hat und progressiv wie melodiös über die volle Zeit kein allzu festes Land sieht.

Anspieltipps:

  • Alphabet Song
  • Candy
  • Stem

Neue Kritiken im Genre „Art-Pop“
8/10

Find Sound
  • 2019    
6/10

Wheeltappers And Shunters
  • 2019    
Diskutiere über „Lower Dens“
comments powered by Disqus