Death Letters - Post-Historic - Cover
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Death Letters Post-Historic


  • Label: Redfield Records
  • Laufzeit: 42 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ohne das Momentum der großen Vertreter des Post-Rock zu erreichen, erinnern die Niederländer zumindest erfrischend an ein fast vergessenes Genre.

Punk klingt heute oft wie kantiger Pop und Metal verliert sich in progressiven Ausbrüchen. Was ist aus rabiater Gitarrenmusik mit Garagen-Flair passiert? Gibt es sie nur noch als Kunstobjekt der neuen New Yorker Szene? Wo ist ungebändigte Wut in der Musik hin verschwunden, wenn nicht in den Post-Rock, der dem Namen entsprechend Geschichte zu sein scheint. Das Duo Death Letters will sich mit seinem zweiten Album mit so großen Straßentipps wie At The Drive-In (ATDI) messen und holt dafür Produzent Chris Smith ins Boot, der schon mit ...And You Will Know Us By The Trail Of Death arbeitete.

„Your Heart Upside Down“ bietet gleich alles, was man sich von zügelloser Rockmusik erhofft. Der Sound ist schroff, die Stimme aufbegehrend wie schon Cedric Bixlers zu ATDI-Zeiten und alles scheint zu stimmen. Warum also die Missstimmung, die sich ab „Temporary Gframe“ breit macht. Das Album ist knackig produziert und wird allen Freuden der Garage-Musik gerecht. Wer sich in diesem Gefilde befinden wollte, ist im Zentrum des Krachs angekommen. Was fehlt ist allerdings die Botschaft. Wenn man wütend in die Botschaften von Punk- und Post-Rock-Bands einstimmte, bieten Death Letters keinen Anhaltspunkt, der den Hörer an ihre Musik bindet. Der Funke von Emotionalität springt einfach nicht über. Wenn das Duo shoutet kommt nur Lautstärke an, aber nicht das dazugehörige Gefühl von Rebellion, Wut und Energie.

Die immer wieder den Schwung bremsenden Parts, die von wabernden Soundwolken und gehauchten Falsetto-Gesang repräsentiert werden, sorgen für noch mehr Fragezeichen über de so kompromisslos startenden Album. Schon wieder schwindet die Hoffnung in das gewollte Chaos und psychedelische Stangenkost sorgt für Langeweile statt mehr Variabilität. Die Hymnen, deren Hooklines man sich anschließend tätowieren will, bleiben bei dieser Tour de Force komplett aus und so unterhalten Death Letters, wo andere eine Erwartung schaffen, bevor der erste Akkord gespielt wird.

Anspieltipps:

  • Your Heart Upside Down
  • Skin & Bones
  • Post-Historic

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