The Temper Trap - The Temper Trap - Cover
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The Temper Trap The Temper Trap


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Das sehnlich erwartete Zweitwerk der Australier verebbt nach starker erster Hälfte in teils ernüchternden Zuständen. Selbst wenn die Melodien erhaben dominieren, ist das zu wenig.

Der Band aus Melbourne gelang vor drei Jahren mit ihrem Debüt „Conditions“ ein außergewöhnlicher Wurf, der Melodien über Genres stellte und in seiner Gesamtheit hinreißend emotionalen Pop/Rock lieferte. Auch wenn die Single „Sweet Disposition“ nicht zuletzt durch den Einsatz in Werbekampagnen und TV-Formaten sowie dem unnachgiebigen Hit-Appeal herausstach: Die Stärke der mittlerweile nach London umgesiedelten The Temper Trap lag schon damals in der ganzheitlichen Verquickung von Indie-Rock, Pop, Soul und eben dem Harmonie-Verständnis auf Albumlänge.

Nach anderthalb Jahren auf Tour begab sich die in der Zwischenzeit durch die feste Hinzunahme des Tour-Keyboarders Joseph Greer gewachsene Band auf einen kurzen Urlaub. Die Leidenschaft am Songwriting trieb das Quintett jedoch schnell wieder an die Arbeit und in die Hände von Tony Hoffer (Beck). In den Sound Factory Studios von Los Angeles entstand aus den 35 geschriebenen Songs das selbstbetitelte Zweitwerk mit dem durch wirbelnde Schlagzeug-Rhythmik und hymnischen Gesang bestechenden Opener „Need Your Love“. Dunkler geht es bei „London‘s Burning“ entsprechend der Thematik um die letztjährigen Ausnahmezustände zu. Die Gitarren werden dominanter und nehmen mit Bedacht die lärmige Ausfahrt, ehe „Trembling Hands“ zwischen Euphorie und Melancholie pendelnd das vor dem inneren Auge erscheinende Stadionrund beschallt.

Auch „Miracle“ greift mit sanften Keyboard-Tönen, dem nach wie vor äußerst belebenden Gesang von Dougy Mandagi und der süßlichen Verzweiflung eines vor Kinderhänden kapitulierenden Stoffhasen zu den Sternen. „This Isn‘t Happening“ packt atmosphärischen Gitarren-Hall aus und fügt sich in ein Album, das Zeit braucht und trotz dieser sich zu selten am Limit bewegt. Gerade mit voranschreitender Spieldauer regiert lediglich die Gemütlichkeit des behutsam intonierten Power-Pop, in die Weite strahlend und doch zu wenig fordernd, um „The Temper Trap“ konsequent auf einer in Teilen vorhandenen Welle der hymnischen Hingabe reiten zu lassen.

Anspieltipps:

  • London‘s Burning
  • Trembling Hands
  • Miracle
  • Dreams

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