Here We Go Magic - A Different Ship - Cover
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A Different Ship


  • Label: Secretly Canadian/CARGO
  • Laufzeit: 43 Minuten
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8/10 Unsere Wertung
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die vier Amis landen mit ihrem dritten Album eine echte Punktlandung zwischen hypnotischem Tanz und Tagtraum.

So wie Here We Go Magic aus New York die Aufnahmen zu ihrem dritten Album „A Different Ship“ zwischen den USA und Großbritannien gelangen, so sehr schaffen sie auch den Spagat zwischen der Live-Energie samt Improvisation und organisiertem Indie-Pop, der in dieser Schnittmenge unschlagbar ist. Bei einem dieser faszinierenden Gigs trafen die Amerikaner auch ihren späteren Produzenten. Nigel Godrich (Radiohead) verlangte dem Quartett einiges ab und lag mit seinem Gespür für einen verwinkelten, doch schlüssigen Klangentwurf genau richtig.

Im Folk und Jazz-Pop badet „Hard To Be Close“, lehnt sich entspannt zurück und wird doch nicht müde, Filigranes an Gitarre sowie ätherischen Synthesizer-Weiten dem Hörer weiterzugeben. Dazu kommt Luke Temples Gesang, der in seiner zerbrechlichen Melodik bei Bonnie Prince Billy einhakt und im weiteren Verlauf auch noch an Paul Simon denken lässt. Doch musikalisch kochen Here We Go Magic ganz gewiss ihr eigenes, die Sinne fordernd gewürztes Süppchen, wenn „ Make Up Your Mind“ in hypnotischer Rhythmik und schier rastlos zuckend vor Freude die Synthesizer erzittern lässt und der Basslauf für die Ewigkeit bestimmt ist. Zurückgenommen, aber nicht weniger zwingend, tanzt „I Believe In Action“ im psychedelischen Reigen voller Loops und Vocals, die dem ohnehin schon pulsierenden Song eine noch magischere Anziehungskraft verleihen.

Magisch ist nicht nur die reine Fingerfertigkeit, sondern auch die Gabe, durch herausragendes Songwriting zwischendurch mit wenigen Zutaten ein fesselndes Erlebnis zu kreieren. Wie „Over The Ocean“ zeigt, braucht es manchmal nicht viel mehr als ein in Zeitlupe zirkulierendes Schlagzeug, Melodietupfer und den ergänzend gehauchten Gesang von Bassistin Jennifer Turner. Abschließend betört noch der in Gitarreneffekten hell scheinende Titeltrack und mündet in Noise-Abstraktionen, die ein Album beenden, welches Indie-Pop in einen spannenden Überbau taucht. Hingebungsvoll, hypnotisch, herausfordernd und doch eingängig.

Anspieltipps:

  • Make Up Your Mind
  • I Believe In Action
  • How Do I Know
  • A Different Ship

Dieser Artikel ging am um 19:44 Uhr online.
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