Zebra And Snake - Healing Music - Cover
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Zebra And Snake Healing Music


  • Label: 100% Records/ALIVE
  • Laufzeit: 48 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Zwei Finnen mit pathetischem Electro-Pop, der nicht von ungefähr auf die Erfolgsspur von Hurts schielt.

Im Vorfeld zur Veröffentlichung des Albumdebüts vom finnischen Duo Zebra And Snake rührten mit Andy McCluskey (OMD) und Jonsi (Sigur Rós) ein Held des Electro-Pop der Achtziger und der Mastermind einer Band, die Island endgültig auf den musikalischen Höhenflug katapultierte, die Werbetrommel. Das muss schon etwas bedeuten, denkt der Interessierte. Denn beide sind nicht unbedingt bekannt dafür, unbedachtes Namedropping zu betreiben. Doch es kommt anders: Als EP vorab in die Runde geschickt, punktete „Sweetest Treasure“ dann auch mit entrücktem Pop der schwebend tanzbaren Sorte. Die dortigen Zugaben „Now And Forever“, „Empty Love Song“ sowie „Burden“ finden sich ebenso auf dem Longplayer und zeigen sich noch als stärkste Vertreter eines im Mittelmaß badenden Debüts.

Gelang es Tapio (Gesang, Synthesizer) und Matti (Bass, Gesang, Synthesizer) bei der EP noch, auf direktem Wege zielstrebig und knackig formuliert die Vorlage von Hurts aufzunehmen, so strauchelt das Album in seinem schlichten, melodieseligen Electro-Pop durch Wiederholungen und triefendem Kitsch. Doch fangen wir bei den positiven Momenten von „Healing Music“ an und erfreuen uns am hymnischen „Now And Forever“ mit drängelndem Beat in Richtung von „Enola Gay“ (OMD, 1980). Auch wenn der Hörer vorher das auf der Kirmes beheimatete und säuselnd unnötige „The Colours“ über sich ergehen lassen muss, bleibt es danach zumindest für drei Songs auf einem guten Level, was Hitdichte und ausbalancierten Pathos angeht. Dieser ist nämlich immer hart am Limit und vor allem durch die überdreht hohe Stimme von Tapio eine echte Herausforderung.

Eben diese endet dank „The Bride“ vorübergehend mit einer in Pathos und Weltschmerz ertränkten Niederlage, quasi das Hochzeitslied zum Weltuntergang. Dabei dockt es in der Melodie einige Male bei „Little Drummer Boy“ und „Hark Now Hear The Angels Sing“ an. So verstörend wie Weihnachtslieder im Mai. Immerhin kann der geneigte Hurts-Hörer, der mal etwas mehr Überraschungen benötigt, bedenkenlos zugreifen und auch andere Freunde von gestrigem Achtziger-Sound werden mit „Burden“ in die Nacht tanzen und sich tatsächlich stimmungsvoll bei „White Sharks“ in den Schlaf wiegen.

Anspieltipps:

  • Now And Forever
  • Empty Love Song
  • Sweetest Treasure
  • Burden

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