Best Coast - The Only Place - Cover
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Best Coast The Only Place


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 35 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Album, das vor omnipräsenter Dream-Pop-Harmolisgkeiten und langweiligen Surf-Pop-Melodien strotzt.

Wie kuschelig: ein Bär, der die geographischen Umrisse des Staates Kalifornien umarmt, als Cover eines Albums, das vor omnipräsenter Dream-Pop-Harmolisgkeiten und langweiligen Surf-Pop-Melodien strotzt. Ja, ja, in Kalifonien lässt's sich leben, und so kredenzen die beiden Kalifornier Bethany Cosentino und Bobb Bruno eine derart unreflektierte Hommage an ihren „Only Place“, dass man sich fragt, wie naiv man sein muss, um die Welt oder auch nur einen Teil davon so zu sehen.

Nicht das die Red Hot Chili Peppers schon genug auf großen Pop-Bühnen zur ambivalenten Schönheit der Lebensweise in Kalifornien gesagt hätten, nicht das der wesentlich reibungsvollere neue kalifornische Musik-Act EMA aus einem gewissen Trotzt heraus, eben weil alle Welt Kalifornien in Songs anhimmeln muss, eine ähnlich gelungene Anti-Kalifornien-Hymne („Fuck California, you made me boring“) wie seinerzeit die Dead Kennedys verfasste, nein, allen kritischeren Umgangsversuchen mit dem Sonnenstaat zum trotz schunkelt es hier in Schoobidoo-Manier, als hätte es die Beach Boys nie gegeben und auch nie etwas, wie die LA Riots von 1992.

Nichts gegen lebensbejahende, gut gelaunte Musik, aber ein bisschen mehr Esprit darf es schon sein als diese Zweieinhalbminüter mit Schrammelgitarre und Anfänger-Schlagzeug-Beat, gepaart mit einem Sing-Sang über die wirklich ganz wichtigen Themen („Last Year“, „My Life“). Wenigstens stehen Bethany Cosentino und Bobb Bruno dazu und bekennen, dass „Dreaming My Life Away“ zu „Up All Night“ führt.

Wenn Best Coast guten Dream-Pop machen, dann hat dieses nach einer idyllischen Welt sich sehnende Sub-Genre einen schweren Makel: latente Verharmlosung des menschlichen Seins. Sprechen wir fürs Erste das Genre frei und „The Only Place“ von Best Coast schuldig.

Anspieltipps:

  • Last Year
  • How They Want Me To Be
  • Up All Night

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