Electric Guest - Mondo - Cover
Große Ansicht

Electric Guest Mondo


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 38 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Neuentdeckung des Erfolgsproduzenten Danger Mouse überzeugt durch tanzbare, lockere Beats mit einem unerwarteten Tiefgang.

Der Sommer kommt. Das ist zum Zeitpunkt des Entstehens dieser Rezension wirklich so, wäre aber gar nicht nötig. Die Leichtigkeit des Albums „Mondo“ verführt einen dazu, sommerliche Gefühle zu entwickeln und das würde bestimmt auch noch bei Regenwetter funktionieren.

Tatsächlich stammt das Duo „Electric Guest“ aus dem sonnigen Kalifornien, genauer gesagt aus der Starmetropole Los Angeles. Asa Taccone, in der Universitätsstadt Berkely geboren, war bereits in seiner Jugend musikbegeistert. Er lernte Keyboard und komponierte schon seit Jahren, bevor er 2010 auf sein Gegenstück, den Schlagzeuger Matthew Compton traf. Obwohl Electric Guest in Deutschland bisher recht unbekannt waren, machte die Produktion des nun erscheinenden Debütalbums auf sich aufmerksam. Denn ein Dritter mischte sich ein in das Projekt und dieser Dritte hat bereits einen Namen in der Szene: Brian Burton, besser bekannt als Danger Mouse, verantwortlich für äußerst erfolgreiche Projekte mit den Gorillaz und Gnarls Barkley.

Ein wenig erinnert der Stil auch an Gnarls Barkley, ein bisschen aber auch an an MGMT. Doch noch ein Stückchen mehr als das kommt durchaus auch der eigene Stil des Duos zum Tragen. Dieser Stil zeichnet sich zunächst aus durch tanzbare Indie-Electro Beats. Und obwohl diese die erwähnte Leichtigkeit versprühen, ist die Musik der beiden jungen Männer lange nicht durchweg fröhlich. Stattdessen sind die Songs geprägt von überraschend tiefgängigen Lyrics, die jedoch zurückhaltend genug sind, um nicht aufdringlich zu werden. Denn auch dann, wenn es mal trauriger wird, schlagen „Electic Guest“ niemals wirklich aufs Gemüt.

„This Head I Hold“, die erste Single-Auskoppelung, lässt ganz stark den Einfluss von Danger Mouse verspüren. Es gehört zu den schnelleren, radiotauglichen Liedern des Albums, während einige andere zwar Kunstwerke, aber sicherlich nicht für eine breite Masse geschrieben sind. Und irgendwie zeichnet sich das Album gerade durch diese Stücke aus. Das ruhige „Amber“, anfangs sehr minimalistisch gehalten, blüht durch synthetisierte Beats in seiner Melancholie richtig auf, ähnlich verhält es sich mit „American Daydream“, in dem sogar ein Chor zum Einsatz kommt. Auch bei „Troubleman“ will man trotz des bedächtigen Anfangs mitwippen.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass Electic Guest auf die etablierten Zwillingsfestivals „Southside“ und „Hurricane“ eingeladen wurden. Dort sind sie goldrichtig und werden sicherlich einige Anhänger finden, die sich vom durchweg gelungenen Rhythmus mitreißen lassen.

Anspieltipps:

  • This Head I Hold
  • Amber
  • Troubleman
  • American Daydream

Neue Kritiken im Genre „Pop“
5.5/10

Songs Of Experience
  • 2017    
Diskutiere über „Electric Guest“
comments powered by Disqus