We Are Serenades - Criminal Heaven - Cover
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We Are Serenades Criminal Heaven


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 33 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf „Criminal Heaven“ verschmilzt der Stil zweier großer schwedischer Künstler. Ein stimmliches und musikalisches Experiment, mit typisch skandinavischem Charme.

Das Duo von We Are Serenades besteht aus zwei schwedischen Künstlern, die in ihrem Land bereits gefeiert wurden. Nicht zusammen, aber mit ihren jeweiligen Projekten. Adam Olenius machte sich einen Namen durch seine Band Shout Out Louds, die in der Zwischenzweit weltweit bekannt ist. Markus Krunegard war lange Zeit mit Laakso unterwegs, aber auch als Solokünstler aktiv. Eines Tages trafen sie sich die beiden zufällig und zum ersten Mal auf einer Autobahn-Raststätte. Das Eis war gebrochen, der Weg für ein gemeinsames Projekt geebnet.

Noch ein paar Mal liefen sie sich rein zufällig über den Weg, in Clubs und Bars in Stockholm, fanden gemeinsame Parallelen in ihrer Musik, in ihrer Naturverbundenheit und Abenteuerlust. Von da an schrieben die beiden immer wieder an gemeinsamen Songs, manchmal nach durchzechten Nächten im heimischen Stockholm. Meistens jedoch zwischen Touren mit ihren Bands oder sogar am Telefon. Was wie ein Experiment klingt, kann durchaus auch als solches gesehen werden. Durch die bisherigen Erfolge mit ihren Bands ihrer Sache recht sicher, versuchten sie die beiden Künstler gemeinsam an etwas Neuem. Zufällig und spontan, über vier lange Jahre hinweg, wann immer der Zeitplan es zuließ.

Im Winter 2010 war es dann endlich so weit: Olenius und Krunegard trafen sich in einem echten Studio. Sie bastelten zusammen, was sich über die Jahre hinweg angehäuft hatte, beschlossen, sich den charakterisierenden Namen We Are Serenades zu geben und das erste Album mit „Criminal Heaven” zu betiteln. Die Art der beiden Skandinavier, sicherlich aber auch die Jahreszeit, in der es entstand, gibt dem Werk einen melancholischen Touch, der sich durch das ganze Album hindurch zieht. Es ist größtenteils ruhige Pop-Musik, mit typisch schwedischem Charme, die ihre Höhepunkte in Songs wie „Birds” oder „Ocean” findet. Tanzbare Refrains, tiefgehende Kanons und eine Verbundenheit zur Natur, die fast religiöse Ausmaße annimmt und die beiden Musiker tief verbindet.

Für die vier Jahre, in denen die zehn Songs des Albums entstanden, hatten sich die beiden eine Art Dogma gesetzt, um bei ihren Arbeiten in eine gemeinsame Richtung zu steuern. Da sowohl Olenius als auch Krunegard es bisher gewohnt waren, als Frontman alleine zu singen, wollten sie sich in dieser Hinsicht verändern und weiterentwickeln. Entstehen sollten bombastische, tanzbare Beats, zu denen sie immer gemeinsam sangen. Ihre Stimme sollte so ausdruckstarker und ein bisschen sakral klingen. Das ist definitiv gelungen. Vor allem bei Songs wie „Come Home”, in dem es tatsächlich um Weihnachten geht, bekommt die Musik etwas feierliches, fast geistliches. Die Stimmung des Gesamtwerkes ist rund, die Stimmen der beiden Musiker harmonieren tadellos. Trotz allen Stärken des Albums wird man bis zum Ende das Gefühl nicht ganz los, sich in der Mitte eines Experiments zu befinden und nicht in einem abgeschlossenen Versuch.

Anspieltipps:

  • Birds
  • Ocean
  • Criminal Heaven
  • Earthquakes

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