Fabulous/Arabia - Unlimited Buffet - Cover
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Fabulous/Arabia Unlimited Buffet


  • Label: Jakarta/Groove Attack
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die 60er wollen einfach nicht aussterben. Gut so!

Normalerweise sollte man keinen Aufstand darum machen, woher eine Band kommt. Wenn dann aber doch so Exoten wie Neuseeländer auf der Musiklandkarte auftauchen (und Eindruck hinterlassen), dann sollte das erwähnt werden. Wurde es jetzt auch. Die Künstler Mike Fabulous und Lawrence Arabia haben ihre Namen brüderlich für das Album „Unlimited Buffet“ geteilt und gehen als Geheimtipp-Doppel in den Kampf um die Indie-Szene. Zusammen mit so illustren Namen wie Gemma Ray kann die Band mit Soul und Funk der 60er und 70er glänzen.

Mit dem Martini-Glas in der Hand und wenn man sich einfach mal wieder etwas glamouröser fühlen möchte, kommt Musik wie die des neuseeländischen Duos gerade recht. Von der ersten Sekunde an übernehmen Gitarren aus Elvis' Zeiten das ruder und werden von Las-Vegas-Bläsern angefeuert. „The Ballad Of Highway State“ ist eine Einleitung mit ganz viel Klasse und ebnet den Weg für lockere Funk-Ausflüge, die mehr an dunkle, rot beleuchtete Räume erinnert. Gerade bei „Perm“ könnte der Michael Jackson-Flair für Erwachsene zu viel werden. Dazu zeigen sich Schwächen, wenn das Duo meint längere Instrumentalparts einbauen zu müssen. Diese überzeugen allein durch Authentizität und nicht durch Einfallsreichtum.

Genau diese Authentizität ist es aber, die den Charme des Albums ausmacht. Selten fühlte man sich so sehr wie ein Hustler in den 60er. „Eugenics“ und „Up To My Neck In Shit“ verführen den Hörer in seiner Vorstellung breitbeinig und in feschen Farben durch amerikanische Großstädte zu stampfen. Es ist schade, dass der Soul, sowie auch der Funk nicht von einer starken Stimme getragen werden. Das Duo singt mehr im Stile von Background-Sängern und lässt die Bühne somit frei. Gerade wenn die Melodie nicht beschwingt genug ist oder tatsächlich noch Background-Gesang eingebaut wird, wirken die Lieder hohl und unfertig (so zum Beispiel „The Groynes“).

Bis auf diese kleinen Aussetzer wird mit „Unlimited Buffet“ eine klasse Zeitreise in Form von Audio-Dateien geboten. Hier gibt es keinen Firlefanz, der an unnötig übertriebene Produktion oder missglückten Experimentiergeist erinnert. Das Album kennt seine Grenzen und tobt sich innerhalb dieser – bis auf die erwähnten Fehler – gekonnt aus. Die Indie-Szene kann sich über neues Material freuen und wird an die Existenz der anderen Seite des Planeten erinnert. Eine klassische Win-Win-Situation.

Anspieltipps:

  • The Ballad Of The Highway
  • Eugenics
  • Give Me Love Tonight

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