Earthlimb - Origin - Cover
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Earthlimb Origin


  • Label: Golden Antenna/Broken Silence
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Schritt der Etablierung Deutschlands als Qualitätsherkunft für Prog-Rock der alten Schule

In der Tradition Porcupine Trees klingen viele Prog-Rock-Bands auch über zehn Jahre nach der Jahrtausendwende nicht viel frischer, als die Großtaten Pink Floyds. Warum halten sich Bands immer noch am alten Stil fest? Hat man Angst etwas zu zerstören, was offensichtlich noch eine große Masse anspricht? Aber hören wir Synthie-Orgien wirklich als etwas Neues oder erfreuen wir uns an den Erinnerungen an Gestern? Die deutsche Antwort Earthlimb scheint dabei auf den ersten Blick nur eine Band von vielen zu sein. Schon die ersten Töne ihres Debüts „Origin“ beweisen allerdings, was man zumindest auf der Produktionsebene tun kann, um ein verstaubtes Genre ins Jetzt zu katapultieren.

Nach dem nicht wirklich eindrucksvollen Opening „Origin“, das nicht mehr als der eigentliche Anfang von „Hiding“ ist, bietet die Band das Standard-Progressive-Rock-Programm – im besten Sinne. Gitarrenwände, episch gehaltene Refrains und ein Hauch Elektronik. Allerdings umgibt die Lieder eine Frische im Klang, die an die modernen Clubs erinnert, wenn Synthesizer zum Einsatz kommen. Natürlich rutscht auch Earthlimb aus („Pulsar“) und gibt sich instrumentalem Traditionalismus hin, aber meistens überraschen Lieder mit einem Druck wie in „Oceans Of Astate“, die die bekannten Songstrukturen in Sachen Produktion so frisch und klar darstellen, dass man nicht das Gefühl hat, in die 80er zurückversetzt zu werden.

Immer wieder widerspricht sich dieser Ansatz mit den Gitarren, die den 90ern Tribut zollen, aber das Gesamtergebnis ist schlichtweg zu filigran und handwerklich zu einwandfrei, als das man diese stilistisch weiterhin altmodische Musik schelten will. Anstatt dessen bleibt festzuhalten, dass sich einige Bands eine Scheibe abschneiden können und sich in der Pflicht sehen sollten, ihre Musik nicht absichtlich 30 Jahre alt klingen zu lassen. Sonst steht „Progressive“ bald nur noch für Überlänge und Nostalgie, was der eigentlichen Bedeutung des Wortes nicht gerecht wird und sogar widerspricht.

Anspieltipps:

  • Hiding
  • Oceans Of Astate
  • Waves

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