Rumer - Boys Don´t Cry - Cover
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Rumer Boys Don´t Cry


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 55 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
7.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Enttäuschend und langweilig: Ein Bündel Coverversionen in einer Art und Weise, wie sie kein Mensch braucht.

Mit ihrem Debütalbum „Seasons Of My Soul” (02/2011) landete die britische Sängerin und Songschreiberin Sarah Joyce alias Rumer (33) respektable Achtungserfolge in allen wichtigen Musikmärkten, darunter ein dritter Platz in den britischen Album-Charts als Highlight. Dies war die Belohnung für die lange Zeit, die Rumer benötigte, bis sie bei entscheidenden Personen wie dem Produzenten Steve Brown (u.a. Elton John, Manic Street Preachers, The Pogues, George Michael) Gehör fand, der die Karriere der damals 31-Jährigen maßgeblich in die richtige Richtung lenkte.

Mit ihrer musikalischen Mischung aus Soul, Pop und einer leichten Prise Jazz passte das Rumer-Album allerdings ist auch perfekt in die damalige, u.a. von Amy Winehouse und Adele geprägte britische Musikszene. Eineinhalb Jahre später sieht dies in der viel zu schnelllebigen Musiklandschaft schon wieder ganz anders aus. Vor allem dann, wenn man wie Rumer auf Album Nummer zwei, „Boys Don’t Cry“, ausgerechnet mit der reichlich ausgelutschten Idee daherkommen muss, ausschließlich Coverversionen zu präsentieren. Konzeptionell beschränkt sich die 33-Jahrige dabei auf Musik aus der Singer/Songwriter-, Folk-, Country- und Rock-Ecke der 70er Jahre, mit Titeln von Neil Young, Leon Russell, Jimmy L. Webb, Ron Wood, Bob Marley oder auch Isaac Hayes.

Radikal verändern oder schnöde nachspielen – der Umgang mit altbekannten und nicht selten von vielen Menschen geliebten Songs ist nicht einfach und wie man es auch macht, ist es oft falsch. Rumer hat sich – wenig mutig – für die Variante „schnödes nachspielen“ entschieden und gerät dabei in einen Sog aus seicht vor sich hin dudelnden Songs mit schmachtenden Streichern, gehauchten Vocals und einer abstoßenden Easy-Listening-Attitüde aus dem Segment „Kaufhaus- und Fahrstuhlmusik“.

Das ist so enttäuschend und langweilig, dass einem die Worte fehlen für das Zweitwerk einer Sängerin, die so hoffnungsvoll gestartet war und nun alles vermissen lässt, was ein spannendes Album ausmacht.

Anspieltipps:

  • We will
  • P.F. Sloan
  • Soul rebel
  • A man needs a maid

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