H-Blockx - HBLX - Cover
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H-Blockx HBLX


  • Label: Embassy Of Music/WEA
  • Laufzeit: 38 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

In den vielen Jahren nach dem Crossover-Boom stecken die H-Blockx auch 2012 noch im Sumpf der Selbstfindung. Die Aussichten auf Erfolg sind rar gesät.

Vom gefeierten Crossover-Newcomer Mitte der Neunziger und durch die Republik schallenden Hymnen wie „Move“ und „Risin´ High“ zum musikalisch mäßig relevanten Bier-, Volks-, Hafenfest-Headliner ist es kein langer Weg, wie die Münsteraner Band H-Blockx mittlerweile sehr genau weiß. Die letzten Erfolgssingles liegen mit „Fly“ (1998) und der Johnny Cash-Coverversion „Ring Of Fire“ (2000) sowie einigen aufflackernden Momenten im Radio viele Jahre zurück. Bei der Gelegenheit hätten sich die H-Blockx durchaus auf Albumlänge mit bodenständigem Rock etablieren können, was die letzten Alben „No Excuses“ (2004) sowie „Open Letter To A Friend“ (2007) jedoch nicht vollends bestätigten.

Mit dem siebten Langspieler „HBLX“ steht anno 2012 wieder die Frage ins Haus, wie es sich mit der Eigenständigkeit und der musikalischen Relevanz verhält. Henning Wehland (Gesang), Tim „Tinte“ Humpe (Gitarre) und Stephan „Gudze“ Hinz (Bass) sind noch von der Gründungsformation übrig geblieben, ergänzt durch den ehemaligen Thumb-Schlagzeuger Steffen „Steddy“ Wilmking.

Positiv ist der doppelte Einstand aus „Hi Hello“ und „Gazoline“, zwei gewachsenen Rockern mit Party-Flair und jeder Menge Druck auf dem Kessel. Gerade Letzterer steht auch manchem Klassiker der Beatsteaks in nichts nach. Diesem musikalischen Ausrufezeichen folgt jedoch eine Bauchlandung, die schwer wiegt: „Can‘t Get Enough“ stolpert sich durch Sprechgesang, instrumentale Zurückhaltung aus ziellosen Gitarrenriffs und stümperhaftem Soul. Davon zeigen sich die restlichen Stücke nicht unbeeindruckt. „Love Can‘t Say“ erinnert nicht nur von der Stimme an Anthony Kiedis von den Red Hot Chili Peppers, auch musikalisch markiert er große Parallelen zu den Amerikanern, genau wie „DOIOU“ und „I Want You“ die tiefen Gitarren der legendären Rage Against The Machine aus dem Schrank holt.

Soviel Anbiederung hat seinen Preis und hinterlässt den unnötig faden Beigeschmack eines ordentlichen Rock-Albums mit dem gewissen Anteil an prägnanten Ohrwürmern. Rap-Einlagen und Ausbrüche in Funk-/Soul-Gefilde sollen wohl beim frühen Crossover-Sound der H-Blockx andocken, wirken aber fehl am Platz. Viel eher lässt der Hörer sich von Stücken der Marke „Gazoline“ durchschütteln. Einzig, diese sind die Ausnahme.

Anspieltipps:

  • Gazoline
  • Footsteps On The Moon
  • Love Can‘t Say
  • The Bitch Is Back

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