Maximo Park - The National Health - Cover
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Maximo Park The National Health


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach vier Jahren Pause und einigen Soloprojekten melden sich die englischen Indie-Rocker von Maximo Park mit ihrem vierten Studioalbum „The National Health“ zurück.

„Do I Really Need To Give An Introduction?“ lauten die ersten Zeilen des neuen Albums der britischen Indie-Rock Band Maximo Park. Tatsächlich kann Sänger Paul Smith sich die einleitenden Phrasen sparen, denn die fünf Jungs aus Newcastle haben sich mit Singles wie „Apply Some Pressure“ oder „Books from Boxes“ international bereits einen Namen gemacht.

Alles begann mit dem ersten Studioalbum „A Certain Trigger“ (2005), mit dem sich für die Band der kommerzielle Erfolg einstellte. Die Single „Apply Some Pressure“ schaffte es auf Anhieb in die UK-Charts und ebnete den Weg für die Folgealben „Our Earthly Pleasures“ (2007) und „Quicken The Heart“ (2009). Die Band schwebte auf einer Erfolgswelle, weil Maximo Park den Zahn der Zeit ganz genau trafen: Rockmusik aus England mit verzweifelten Liebestexten. Neben Kollegen wie den Kaiser Chiefs, Franz Ferdinand und Bloc Party fand sich eine musikalische Nische, die sich von den poppigen „The-Bands“ versuchte zu distanzieren.

An den Erfolg, den „A Certain Trigger“ mit sich brachte, schaffte die Band es jedoch nie wirklich wieder anzuknüpfen. Maximo Park machten die Musik, die ihre Fans von ihnen erwarteten, produzierten mit Singles wie „Books From Boxes“ kleine Indie-Hymnen, blieben jedoch mitten auf dem Weg stehen. Vielleicht war genau das der Grund, warum die Band nach „Quicken The Heart“ eine kleine Pause einlegte und sich vier Jahre Zeit für die Produktion von „The National Health“ nahm. Frontman Paul Smith brachte währenddessen mit „Margins“ sein erstes Soloalbum auf den Markt, wie auch Gitarrist Duncan Lloyd seine erste eigene Platte „Seeing Double“ veröffentlichte. Keyboarder Lukas Wooller widmete sich seiner Arbeit als DJ, produzierte sogar einen Remix der Single „Erdbeben“ von Fettes Brot. Herausgekommen ist während dieser Pause trotzdem ein typisches Maximo Park-Album: Schnelle, melodische Brit-Rock Nummern, treibende Gitarren und der charakteristische Gesang von Paul Smith, gepaart mit Texten über die Liebe und das Leben.

"Wir stecken in einer weltweiten Rezession und trotzdem werden wir mit fröhlicher, knallbunter Musik bombardiert. Das Land ist außer Kontrolle und das Album soll dem Kontrollverlust entgegenwirken. Es geht darum, im eigenen Leben etwas zu verändern.“ sagt Paul Smith über das neue Album. Soll „The National Health“ jetzt persönlich oder politisch sein? Genaueres Hinhören verrät, dass Maximo Park sich scheinbar ganz patriotisch um ihr geliebtes England und die Menschen dort sorgen: Im Titelsong „The National Health“, der sich beinahe wie eine Rede an das englische Volk anhört, singt Smith, dass England zwar ein bisschen schwächelt, doch damit keineswegs alleine dasteht („England is ill and it is not alone“). Sie richten sich nicht an die „böse Regierung“ sondern wollen die Einwohner selbst ein bisschen anstoßen, aufmerksam machen und die kritische Lage ansprechen.

„The National Health“ ist ein nettes Indierock-Album, doch leider fällt einem auch nicht viel mehr dazu ein. Die einzelnen Songs rauschen bis auf kleine Ausnahmen an einem vorbei, bis auf den Titelsong „The National Health“ bietet die Platte kaum Ohrwurm-Potential. Trotz der kreativen Pause hat man immer wieder das Gefühl, dass Maximo Park irgendwo zwischen 2005 und 2007 steckengeblieben sind. Partysongs wie „Hips And Lips“ oder „Write This Down“ sollen scheinbar die Titel sein, die es trotzdem auf studentische Indie-Parties schaffen, während sich „ Unfamiliar Places“ bestenfalls noch zur späteren Kater-Regeneration eignet. „This Is What Becomes Of The Brokenhearted” oder “Wolf Among Men” sind ebenfalls ganz typische Maximo Park-Songs, doch genau das ist leider auch das Problem. Es gibt fast nichts Neues zu entdecken, alles ist ein bisschen beim Alten geblieben. Schade, dass die Jungs es nicht geschafft haben, ein bisschen über den Tellerrand hinauszuschauen und in ihrer Hood ein kleines bisschen versumpfen.

Anspieltipps:

  • The National Health
  • Write This Down
  • This Is What Becomes Of The Brokenhearted
  • Wolf Among Men

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