Robert Francis - Strangers In The First Place - Cover
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Robert Francis Strangers In The First Place


  • Label: Neo/Sony Music
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Robert Fancis versucht den Erfolg seines „Junebugs“ zu wiederholen und ist dabei reifer, ohne abermals die ganz feinen Perlen zu produzieren.

Robert Francis ist spätestens seit „Junebug“ auf dem Radar vieler Singer/Songwriter-Fans erschienen und hat die Indie-Szene um eine weitere Perle bereichert. Vielleicht ist es ganz gut, dass der inzwischen 24jährige Musikalisch noch nicht die Vollkommenheit erreicht hat. Neben seiner Übersingle gab es nicht viel Material, dass den Hörer von den Socken gehauen haut und so ist Album Nummer drei nicht allzu großem Druck ausgesetzt. Gleichzeitig könnte man aber auch erwarten, dass Robert Francis endlich den Schritt vom Talent zum Star macht und sich als mehr als nur ein One-Hit-Wonder offenbart.

Diesem Ziel ganz offensichtlich entgegensteuernd, verpulvert Francis auf „Strangers In The First Place“ gleich zu Beginn sein bestes Material. Die Messlatte wird auf ein erhabenes Niveau gehoben, wenn gefühlvolle Gitarrenmusik („Tunnels“) und das von The Police inspirierte „Some Things Never Change“ mit leichtem Reggae-Geist sind nur der Anfang. Das Zentrum von Francis' Musik war schon immer seine Stimme und diese wird auch im Anschluss in „Perfectly Yours“ hervorragend zur Schau gestellt. So reif und erwachsen klingen nicht viele 24jährige, was auch beim tief gesungenen „Alibi“ deutlich wird.

Der Geheimtipp für Radiohörer und den kommerziellen Erfolg folgt aber erst mit dem lebensbejahenden Duett „Eighteen“. Hier zeigt sich die kompositorische Reife des Künstlers. Es handelt sich um kein sofortiges Meisterwerk, aber dafür um eine Nummer, die einen einfach nicht überfüttert. „Eighteen“ hört man auch beim fünften Hörduchgang bei voller Lautstärke und erfreut sich den Handclaps, der breiten Instrumentalisierung, der fröhlichen Bridge und dem einprägsamen Refrain. Da ist es fast schon ungerecht „Star Crossed Memories“ als erstes Country/Americana-Stück nicht hervorzuheben oder auch das jazzige „It First Occured To Me“.

Auch das spricht für die Qualität der neuen Scheibe, die zwar nicht mit dem Americana hadert, aber es einfach nicht mehr schafft, einen schlechten Song zu produzieren. „Star Crossed Memories“ tut sich genauso schwer den Hörer zu verzaubern wie „Heroin Lovers“, doch die gekonnte Eingängigkeit der Lieder macht sie leicht hörbar, ohne an Komplexität zu verlieren. Aber auch Experimente wie „I Sail Ships“ und das Becksche „Wild Thing“ ändern nichts daran, dass die zweite Albumhälfte einen Gang herunter schaltet. Die durchgehend gute Qualität der Lieder, die eher an der Dramaturgie des Albums verzweifeln, machen deutlich, dass Robert Francis mit „Strangers In The First Place“ den Anspruch stellen darf, dass man von ihm Großes erwartet. Jetzt hat er den Druck. Bitteschön!

Anspieltipps:

  • Perfectly Yours
  • Some Things Never Change
  • Eighteen

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