Patti Smith - Banga - Cover
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Patti Smith Banga


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 59 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Musiker, die ihre Ursprünge in den 70er Jahren haben, können auch heute noch relevante Platten abliefern!

Acht Jahre sind ins Land gestrichen, seit Patti Smith (65) mit „Trampin‘“ (04/2004) zum bis dato letzten Mal ein Album mit eigenen Songs auf den Markt gebracht hat. Warum diese kleine Ewigkeit verstreichen musste, bis mit „Banga“ nun wieder eigene Texte und Musik aus der Feder ihrer Band veröffentlichungsreif sind, kann die Grande Dame der Rockmusik gar nicht so genau beantworten. Denn Songs schreibt die Amerikanerin eigentlich ständig und auf Tour geht sie auch noch gerne. Aber da sind ja noch all die anderen Dinge wie Malen, Gedichte schreiben, Lesen und Fotografieren, die Patti Smith antreiben und dafür sorgen, dass zwischen zwei Alben mehr als nur ein paar Jahre vergehen können.

„Banga“, benannt nach einem Hund in Michail Bulgakows Roman „Der Meister und Margarita“, ist inhaltlich ein ziemlich bunter Themenmix, der mit den oftmals üblichen 08/15-Texten in der Pop- und Rockmusik nichts gemein hat. Patti Smith sing Lieder über Indien („Mosaic“), die Entdeckung Amerikas durch die Europäer („Amerigo“) und die Umweltkatastrophe im japanischen Fukushima („Fuji-san“). Auch der Tod von Amy Winheouse („This is the girl”) und Schauspielerin Maria Schneider („Maria“) wird thematisiert, sie widmet Songs ihrem Patenkind („Seneca“) sowie Kumpel Johnny Depp („Nine“), der im Titeltrack Gitarre und Schlagzeug spielt.

Folgerichtig tritt Patti Smith auf „Banga“ nicht selten wie eine Geschichtenerzählerin auf, die den Hörer an die Hand nimmt und im Jim-Morrison-Schamanen-Stil durch ihre Songs führt („Tarkovsky“, „Nine“, „Constantine’s dream“). Musikalisch gelingt ihr das auf eine recht zugängliche Art und Weise, bei der Smith auch den klassischen Popsong wieder für sich entdeckt („April fool“), ohne dass die Geschmackspolizei auf fehlenden Anspruch plädieren könnte. So beschließt Patti Smith mit der liebevollen Neil-Young-Coverversion „After the gold rush“ (inklusive Kinderchor) ihr erstes Album mit neuen Songs seit acht Jahren und hinterlässt dabei einen starken Eindruck und das gute Gefühl, dass Musiker, die ihre Ursprünge in den 70er Jahren haben, auch heute noch relevante Platten abliefern können.

Anspieltipps:

  • Nine
  • Amerigo
  • April fool
  • This is the girl
  • After the goldrush

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