Chris Robinson - Big Moon Ritual - Cover
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Chris Robinson Big Moon Ritual


  • Label: Silver Arrow Records
  • Laufzeit: 61 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Coole Kiffermusik eines „The Grateful Dead”-Fanclubs.

Bei den Südstaatenrockern The Black Crowes herrscht erneut kreativer Stillstand, nachdem die Band im Jahr 2010 mal wieder eine Pause auf unbestimmte Zeit bekannt gab. Wenigstens nutzen die Bandmitglieder diesen Zeitraum für Soloaktivitäten, sodass die Fans der Krähen nicht ganz auf dem Trockenen liegen müssen. So brachte erst vor kurzem Gitarrist Rich Robinson sein zweites Soloalbum „Through A Crooked Sun“ (02/2012) auf den Markt, dem nun ein weiteres Solowerk seines Bruders Chris folgt.

Zusammen mit seiner neuen vierköpfigen Band Brotherhood, zu der auch der Singer/Songwriter und Gitarrist Neal Casal (Ryan Adams & The Cardinals) gehört, hat Chris Robinson schon weit über 100 Auftritte absolviert. Man darf also mit Fug und Recht von einer eingespielten Combo sprechen, die in den Sunset Sound Studios in Los Angeles gleich zwei Alben am Stück (!) unter der Regie von Produzent Thom Monahan (Papercuts, Devendra Banhart, Neal Casal, Geva Alon, Gary Louris) aufgenommen hat. Mit „Big Moon Ritual“ liegt jetzt der erste Teil des kreativen Höhenflugs vor, während Teil zwei, „The Magic Door”, für September 2012 angekündigt ist.

Dass die Robinson-Brüder ihre musikalischen Grundlagen irgendwo in den 60er und 70er Jahren aufgeschnappt und bis dato nicht abgelegt haben, zeigen sowohl ihre Alben unter dem Banner der Black Crowes als auch ihre Solowerke. Mit „Big Moon Ritual“ legt Chris Robinson aber nochmals ein gutes Stück an kompromissloser Umsetzung des geschätzten Retro-Sounds oben drauf. Brotherhood lassen sich mit schier ausufernder Gelassenheit alle Zeit der Welt für ihre Songs und servieren einen Cocktail aus Blues, Folk, Psychedelic Rock, Soul und Americana, der sich auch getrost als Kiffermusik eines „The Grateful Dead”-Fanclubs bezeichnen ließe.

Mit dieser tiefenentspannten Herangehensweise und der latenten Jam-Session-Attitüde ihrer Songs, die im Schnitt fast neun Minuten lang sind, werden Chris Robinson und Co. gewiss nicht jeden Rockfan auf ihre Seite ziehen. Doch wer eine Affinität für den Sound und die Lebenseinstellung der späten 60er Jahre mitbringt, wird sich an liebevoll arrangierten Stücken wie „Star or stone“ oder auch „Reflections on a broken mirror“ kaum satthören können. Aber wie gesagt, der Hörer sollte dazu viel Ruhe, vielleicht ein bis zwei Sportzigaretten und Spaß an leicht verschrobenen Hippieklängen mitbringen.

Anspieltipps:

  • Rosalee
  • Star or stone
  • Reflections on a broken mirror

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