Remote Republic - Inner Voice Broadcast - Cover
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Inner Voice Broadcast


  • Label: Monopol Records
  • Laufzeit: 47 Minuten
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8/10 Unsere Wertung
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Massen taugliche Zusammenschusterung von Post-Blur und den neuen dEUS aus Deutschland.

Nicht abbrechen! Es handelt sich nicht um ein weiteres OneRepublic-Album, das das Mittelmaß der Popmusik demonstriert und zelebriert. Remote Republic sind auch nicht die deutsche Antwort auf qualitativ unsägliche und Kompromiss überladene Musik dieser Gattung. Viel mehr überrascht der Berliner Vierer als noch nicht ganz ausgereifte Mischung aus den Kultbands Blur und dEUS, ohne dabei wie ein wandelndes Plagiat zu wirken.

Ob es die Plattenfirma oder eine Jugendsünde war, die die Band dazu bewegt hat „Inner Voice Broadcast“ mit der austauschbaren U2-Gedächtnisstadionhymne „Hush“ zu eröffnen bleibt wohl besser ein Geheimnis. Traurigerweise ist es gut vorstellbar, dass genau diese Nummer die kommerziell erfolgreichste wird. Eine traurige Perspektive, wenn man nur das Folgestück „Laughing Gas Station“ nimmt. In den Strophen groovig zwischen dEus und Blur (besonders stimmlich) geheimnisvoll, um im Chorus kontrolliert zu explodieren, wie „The Architect“ auf dEUS' „Vantage Point“.

Diese Nummer ist jedoch keine Ausnahme und sorgt dafür, dass die Band nicht nur huldigt, sondern diesen Stil zu ihrem eigenen machen will. Unverkennbar sind die beiden Vorbilder in nahezu jedem Lied auszumachen. Die bizarre Stimmung dEUS' in „Glucose“ oder das melancholisch schöne aus „Think Tank“-Zeiten im Schlusstitel „Idiot Glee Tune“. Nur selten übertreiben es die Berliner mit der Experimentierlust, wie in „Lamenting Lovers“ oder dem abgehobenen Opening zu „Look After Me“. Genau diese unausgeglichenen Momente machen jedoch Mut, dass es dieser Band nicht an Kreativität mangelt.

Will man noch einen unbekannteren Namen in die Runde schmeißen, möchte man Manana aus der Schweiz erwähnen. Der kühle, distanzierte und deswegen nicht immer aufs breite Publikum angelegte Sound wie eben in „Look After Me“ und „Glucose“ hat eine erhabene Perfektion an sich. Unantastbar und für manche deswegen vielleicht auch für manche unterkühlt präsentiert sich diese Art von Pop/Rock. Das künstlerische Gesamtpaket des in Eigenregie gefertigten Debüts stimmt aber so unumgänglich, dass man nur noch gratulieren will und den Hut zieht. Chapeau!

Anspieltipps:

  • Laughing Gas Station
  • Look After Me
  • Idiot Glee Tune

Dieser Artikel ging am um 07:32 Uhr online.
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  • 2014    
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