Philipp Poisel - Projekt Seerosenteich - Cover
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Philipp Poisel Projekt Seerosenteich


  • Label: Grönland/Rough Trade
  • Laufzeit: 79 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach zwei erfolgreichen Studioalben und Tourneen veröffentlicht Philipp Poisel sein erstes Live-Album voller Herzschmerz und (fast) ohne Schnickschnack.

Er ist schon irgendwie ein süßer Typ, dieser Philipp Poisel, der trotz kitschiger Texte irgendwie authentisch ein paar Lieder über den großen und kleinen Herzschmerz in die weite Welt singt. Dabei klingt er nicht albern sondern ohne viel Schnickschnack, schlicht und einfach emotional. Mittlerweile kann der 29-jährige Songschreiber auf zwei vergoldete Alben zurückblicken: Die dritte Veröffentlichung von Philipp Poisel ist ein Live-Album, welches sich überwiegend an seinen zwei Alben „Wo Fängt Dein Himmel An“ (2008) und „Bis Nach Toulouse“ (2010) bedient und nach seiner letzten Tour benannt wurde: „Projekt Seerosenteich“

Es wird einem bereits ganz warm ums Herz, wenn der Intro-Track „Schweigen ist Silber“ mit einem harmonischen Streicher-Arrangement das Album eröffnet. „Im Garten von Gettis“ ist zu einer hawaiianischen Jack Johnson-Nummer mutiert und „Halt mich“ drückt noch intensiver auf die Tränendrüse als es der Song auch ohne Live-Performance schon macht. Obwohl Poisel während seiner Live-Aufritte die größte Aufmerksamkeit auf sich zieht, wird er seit all den Jahren von einer eingeschworenen Live-Band begleitet: Fabian Wendt (Bass), Andie Mette (Gitarre), Dave Mette (Schlagzeug) und Florian Ostertag (Klavier). Auf „Projekt Seerosenteich ist außerdem Alin Coen als Backgroundsängerin zu hören. Sänger und Band können sich vor allem in Songs wie „Zünde alle Feuer“, „Bis nach Toulouse“ und „Als gäb’s kein Morgen mehr“ austoben, die jeweils auf eine Länge von über acht Minuten kommen.

So wunderschön die einzelnen Stücke auf „Projekt Seerosenteich“ aber auch sind, fragt man sich als Hörer ein klein wenig enttäuscht, ob das tatsächlich alles ist. Die einzelnen Songs sind liebevoll inszeniert, bieten einen schönen Rückblick auf seine vergangenen Konzerte, aber liefern nach zwei Jahren Wartezeit nicht unbedingt einen riesigen Mehrwert. Wer bereits ein Konzert von Herrn Poisel besucht hat, weiß außerdem, dass der junge Mann gerne ein paar Geschichten zum Besten gibt, doch auch davon ist leider nichts zu hören. Nur einmal kurz hört man ihn den Gastauftritt von Matthias Schweighöfer für „Eiserner Steg“ ankündigen, den man ohne den Hinweis nur hätte quietschen hören. Leider sind auch die Übergänge der einzelnen Songs nicht ganz gelungen und so verstummt die klatschende Menge das ein oder andere Mal abrupt, was vor allem bei einer so leisen und intensiven Performance der Harmonie nicht unbedingt zugutekommt.

Fazit: „Projekt Seerosenteich“ ist ein sehr schönes Live-Album, was jedoch weniger zu bieten hat als erwartet. Es bleibt zu hoffen, dass das dritte Studioalbum nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt.

Anspieltipps:

  • Im Garten von Gettis
  • Halt mich
  • Zünde alle Feuer
  • Als gäb’s kein Morgen mehr

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