Scissor Sisters - Magic Hour - Cover
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Scissor Sisters Magic Hour


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die wilden Schwestern aus New York sind wieder da!

Ana Matronic (Gesang, Keyboard) Jake Shears (Gesang, Keyboard, Gitarre), Babydaddy (Bass, Gitarre, Keyboard, Piano), Del Marquis (Gitarre, Bass, Piano) und Randy Real (Drums) legen nach ihrem letzten Streich „Night Work“ vor zwei Jahren nun wieder etwas Neues vor. Stuart Price, Pharrell Williams, DJ Calvin Harris, der deutsche Produzent Alex Ridha und der Amerikaner Diplo (Usher) sowie als Gastrapperin Azealia Banks gesellten sich zu den etwas verrückten Musikern ins Studio, um zwölf neue Songs zu komponieren und zu produzieren.

Das vierte Album wird gleich mit einem echten Ohrwurm eröffnet: „Baby come home“ vereint wieder in typischer Manier Keyboards, Eingängigkeit und Jake Shears helle Stimme zu einem echten Hit-Tip, der auch wieder gern in den 80er Jahren schwelgt ohne altmodisch zu klingen. Der Song „Shady love“ mit der Rapperin Azealia Banks bringt für Scissor Sisters untypischen Sprechgesang hinein und klingt leider so gar nicht nach den Schwestern, der Song bleibt etwas rätselhaft und passt nur bedingt zu den anderen Tracks. Die erste Single „Only the horses“gehört leider auch nicht zu den richtig guten Tracks auf dieser CD: Zu konventionell und routiniert wird hier tanzbarer Electropop zelebriert, der zwar den Club und das Radio freut, dennoch eindeutig zu vorhersehbar klingt.

„Let's have a kiki“ mit Ana Matronic bringt das überraschende Moment in den Sound der fünf zurück: Treibende afrikanische Trommel-Rhythmen durchsetzt von verfremdeter Stimme und gemeinsamen Gesang hinterlassen etwas Ratlosigkeit durch überraschend gesetzte Breaks und dem Ausbruch aus dem eingängigen Radiopopschema, was aber wirklich spannend klingt. „Inevitable“ wurde mit Pharrell Williams aufgenommen und da stimmt einfach alles: Leichte Keyboardklänge dominieren und wirbeln zu einem catchy Refrain, den man einfach nicht vergessen kann, dabei bleibt es musikalisch seltsam sanft und entspannt. Die durchaus melancholische Seite der Scissor Sisters zeigt sich bei „Best in Me“ und „Secret Life of Letters“, welche sich vom äußerst tanzbaren Rest sehr abheben.

Die Scissor Sisters haben bei ihrem vierten Werk versucht, ihrem Retro-Keyboard-Pop noch mehr Facetten abzugewinnen und das gelingt durchaus: Viele Electro-Spielereien ohne die Eingängigkeit zu vernachlässigen, eine Prise Rap, die fremd wirkt und viel Popmusik, die trotz vordergründiger Hitqualitäten auch beim zweiten und dritten Hören Spaß machen, ergeben einen interessanten Mix.

Anspieltipps:

  • Baby Come Home
  • Inevitable
  • San Luis Obispo
  • Let's Have a Kiki

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