Hot Chip - In Our Heads - Cover
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Hot Chip In Our Heads


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 57 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn sich nichts ändert, wird dies vielleicht das letzte Hot Chip-Album sein, das als Empfehlung besprochen werden kann.

Dass zwei Jahre nach dem etwas langweiligen „One Life Stand“ die vielleicht relevanteste Electropop-Band des Heutzutage sich wieder zusammenfindet um ihr fünftes Album zurück zu alter Stärke zu lenken, überrascht schon ein wenig.

Alle wesentlichen Mitglieder waren noch bis vor kurzem eingebunden in Nebenprojekten (The 2 Bears, About Group, New Build), und nicht zuletzt scheint der synthielastige Electro-Sound der frühen Nullerjahre mit ordentlich Vocoderverzerrung und Voice-Samples aus dem Heimkeyboard über einen Zenit geschritten, jetzt wo Dubstep und Überflieger wie James Blake und Grimes uns fest in der Hand haben mit ihren überzeugenden Weiterentwicklungen, was Stimme, als elektronisch gesampeltes Material, für kompositorisches Potential besitzt.

Konzeptionell manövrieren sich Hot Chip zusehends in eine Sackgasse, im Grunde hat sich da seit „The Warning“ nichts revolutionäres getan, was Schade ist, hört man doch gerade Alexis Taylors Sideproject About Group an, was der Bandvorsteher doch für einen formidablen musikalischen Intellekt besitzt. Mit „Made In The Dark“ war also ein Peak erreicht, der in „One Life Stand“ seinen intimeren Gegenpol fand, wird langsam aber sicher gewahr. Beide Seiten, die immer schon bei dieser Combo überzeugenden Club- und House-Momente, wie der intime Schlafzimmer-Pop, vereint das aktuelle Album „In Our Heads“. Das ganze funktioniert, soviel steht fest, aber immer nur kurzweilig beziehungsweise nicht auf Dauer.

Wenn sich nichts ändert, wird dies vielleicht das letzte Hot-Chip-Album sein, das als Empfehlung besprochen werden kann. Doch einmal noch tanzen wir sorglos zu „Night And Day“ mit seinen absichtlich stupenden Rap-Einlagen, waven wir uns in elegischen Gefühlen zum Vocoder-Falsett Taylors im träumerischen „Flutes“, lassen wir niedere Tanzinstinkte noch mal zu bei den fast schon klassischen Hot-Chip-Nummern „How Do You Do?“ und „Ends Of The Earth“. Elektronische Popmusik entwickelt sich rasant weiter, nicht weil irgendeine Company das so will, sondern weil sich alle Komponenten von Kultur dynamisch entwickeln. Hot Chip brauchen Dynamik oder sie sind ihren Electropop-Thron schneller los, als sie gestrig samplen können.

Anspieltipps:

  • Flutes
  • Night And Day
  • How Do You Do?
  • Ends Of The Earth

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