Fiona Apple - The Idler Wheel Is Wiser Than The Driver Of The Screw - Cover
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Fiona Apple The Idler Wheel Is Wiser Than The Driver Of The Screw


  • Label: Epic/Sony Music
  • Laufzeit: 43 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Gestärkt von Kämpfen mit der eigenen Plattenfirma: Fiona Apple meldet sich sieben Jahre nach dem letzten Album fulminant zurück.

Gleich mit ihrem Debütalbum „Tidal“ gelang der zurückgezogen lebenden Sängerin und Songschreiberin Fiona Apple 1996 ein großer Erfolg, den sie bis heute zwar nicht wiederholen konnte, doch immer noch nachhallt. In ihrer amerikanischen Heimat erhält sie für über drei Millionen verkaufte Einheiten dreifach-Platin und lässt 1999 das experimentellere „When The Pawn...“ folgen. Obgleich von Kritikern und Fans gelobt, knirscht die Plattenfirma doch langsam mit den Zähnen. Schließlich bleibt es hinter den Verkaufserwartungen zurück.

Neben ihrem legendären Auftritt bei den MTV Video Music Awards 1997, bei dem sich Fiona deutlich von Marktstrategien abgrenzt, kommt es im Vorfeld der Veröffentlichung von „Extraordinary Machine“ zu einem Eklat: Das Label verweigert den Release und gibt sich erst nach Fan-Protesten und der Hinzunahme eines neuen Produzententeams geschlagen. So verwundert es nicht, dass es schließlich sieben Jahre braucht, bis das Folgewerk „The Idler Wheel Is Wiser Than The Driver Of The Screw And Whipping Cords Will Serve You More Than Ropes Will Ever Do“ an die Öffentlichkeit gelangt. Der Hörer mag sich gar nicht ausmalen, welche abgründigen Kämpfe zwischen Künstlerin und Plattenfirma möglicherweise ausgefochten wurden. Er weiß nun aber, dass die musikalische Klasse einer Fiona Apple davon unbeeindruckt bleibt.

„The Idler Wheel“ bietet flankierende Klavier-Dominanz, perfekt abgestimmte Percussions und die liebliche wie kratzige Facetten aufweisenden Vocals voller Bestimmtheit. Es beginnt elegant mit „Every Single Night“, ja feierlich und doch unterschwellig brodelnd. Tröpfelnd berührt „Valentine“ durch Sanftheit und direkte Zeilen wie „You didn´t see my valentine, I sent it via pantomime. While you were watching someone else, I stared at you and cut myself“. Rhythmisch forciert begibt sich „Left Alone“ auf belebende Jazz-Pfade, einerseits improvisiert wirkend, andererseits überaus kompakt herausfordernd.

Persönliche Lyrics runden ein starkes, selbstbewusstes Album ab und verschenken Nahbarkeit, die in den teils sehr komplexen Songstrukturen nicht immer sofort Einzug hält. Mit jedem Hören gewinnt dieser vierte Langspieler der Amerikanerin jedoch an Größe und glänzt durch eine kraftvolle Performance. Im letzten Drittel wird das erneut deutlich, denn „Regret“ ist schmerzliche Melancholie in Perfektion und braucht sich auch nicht vor den Großtaten von PJ Harvey zu verstecken. Wenn dann noch „Hot Knife“ so verspielt ein Werk ausklingen lässt, ist Fiona Apple schlicht in Bestform.

Anspieltipps:

  • Valentine
  • Left Alone
  • Regret
  • Anything We Want

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