Joon Wolfsberg - Wonderland - Cover
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Joon Wolfsberg Wonderland


  • Label: Cow Universe Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein 20jähriges Mädchen aus Thüringen rockt mit Hilfe von erfahrenen Alternative Rockern aus den USA (Pearl Jam, Blind Melon) wie ein alter Hase.

Geboren in Köln, aufgewachsen in Erfurt, von klein auf mit Musik infiziert und mit 19 Jahren am Ziel der Träume: In Nashville, USA nimmt Joon Wolfsberg ihr Debütalbum „Made In USA“ (04/2011) zusammen mit Musikern aus dem Umfeld von Peter Frampton, Toto und Johnny Cash auf und mausert sich langsam aber sicher zu einem Geheimtipp. Und das alles ohne nervigen YouTube-Hype und doofen MySpace-Mumpitz.

Ihre Songs schreibt und produziert Joon Wolfsberg in Gemeinschaftsarbeit mit ihrem Vater Joe, der auch den Kontakt mit dem US-Produzenten Zach Allen herstellte, der die beiden im Jahr 2010 erstmals in das bekannte Tracking Room Studio einlud (dort nahmen bereits Künstler wie Gretchen Wilson, U2, Willie Nelson, Taylor Swift, Melissa Etheridge oder auch Bon Jovi auf), wo zwischen Januar und April 2012 auch der zweite Longplayer „Wonderland“ entstand.

An den Aufnahmen waren u.a. Dave Krusen (Ex-Drummer der Band Pearl Jam) sowie Christopher Thorn (Gitarre, Ex-Blind Melon) und Brad Smith (Bass, Ex-Blind Melon) beteiligt, die für einen amtlichen Sound zwischen einer Prise Pop sowie Südstaaten- und Alternative-Rock sorgten. Stimmlich erweist sich Joon Wolfsberg dabei als Rockröhre, die nicht nach einer 20-Jährigen klingt, sondern wie eine gestandene Sängerin. Da sieht man mal wieder, was eine jahrelange Gesangsausbildung bewirkt.

Neben Joons Stimme ist auf „Wonderland“ auch das atmosphärische Gitarrenspiel von Christopher Thorn sehr prägnant, der mit luftigen Licks und schöner Rhythmusarbeit die Grundlage für die Arrangements legt, zu denen sich als zweites Standbein der Klang einer Hammond B3 Orgel gesellt. Zusammen mit dem warmen Analog-Sound von Zach Allen ergibt sich daraus ein schöner 60er-Jahre-Touch, der sich auch darin äußert, dass Joon Wolfsberg in sanfteren Stücken stimmliche Parallelen zwischen Janis Joplin und dem verstorbenen Blind-Melon-Sänger Shannon Hoon aufweist.

Unterm Strich ergibt dies ein sehr ansprechendes Rockalbum, das sich unbedingt auch die Fans von Blind Melon anhören sollten, die sich bei einigen Songs in das Jahr 1995 zurückversetzt fühlen müssen, als die fünf Hippie-Rocker aus Mississippi den sanften Gegenpart zur Grunge-Bewegung abgaben.

Anspieltipps:

  • Say yes
  • Darkness
  • I would die
  • Free your mind
  • Hang me up to dry

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