Serj Tankian - Harakiri - Cover
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Serj Tankian Harakiri


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
7.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Feuerwerk der Ideen, das sich auf Rockmusik mit hohem Punkanteil fokussiert.

Nach dem System Of A Down im vergangenen Jahr wieder gemeinsam auf Tour gegangen waren, hatte sich die Fans auf eine Reunion im Studio und ein neues Album gefreut. Doch Mastermind Serj Tankian (44) hat offenbar andere Pläne. Denn nach der Musical-Premiere mit dem komplett in Eigenregie komponierten Stück „Prometheus Bound“ im Februar 2011 und der Veröffentlichung eines weiteren Gedichtbands namens „Glaring Through Oblivion“ ging der 44-Jährige gleich vier unterschiedliche Albumprojekte an: Ein Jazz-Album, ein Elektro-Werk, ein Klassik-Album sowie ein Rockalbum, das in Form von „Harakiri“ nun vorliegt.

Dass sich Serj Tankian nie ganz von anderen Stilarten befreien kann und er immer Bestandteile aus der Folk-, Elektro-, Metal- oder auch Klassikabteilung in seine Werke einbaut, macht seine und die Alben von System Of A Down zu hochinteressanten Ausflügen in die Welt der progressiven Rockmusik. Da Tankian diesmal aber gleich vier in ihren Grundzügen komplett verschiedene Longplayer geplant hat, macht er es seinen Hörern ungleich leichter. Denn durch die Fokussierung auf eine Stilart fransen seine Ideen nicht aus und kommen wie auf „Harakiri“ zu hören besser auf den Punkt. Dadurch gerät „Harakiri“ im freilich immer noch nicht leicht zu greifenden Kosmos Serj Tankians zum wohl eingängigsten Soloalbum seiner Karriere.

Der gebürtige Armenier liefert ein Bündel energisch nach vorn peitschender Songs ab, die große Einflüsse aus Punk- und Hardrock beinhalten, die Tankian behutsam mit stilistischen Hakenschlägen aus seiner großen Ideenkiste kombiniert. Damit begibt er sich stärker denn je zurück auf die Pfade von System Of A Down, ohne sich dabei selbst zu kopieren. Nichtsdestotrotz bieten die 45 Spielzeit von „Harakiri“ kaum Momente zum Verschnaufen und schon die beiden Eröffnungstracks „Cornucopia“ und „Figure it out“ sprühen nur so vor zappaesken Breaks, heißblütigen Gitarrenriffs und dem genial-irrsinnigen Gesangsstil Tankians.

Auf diese Weise bieten alle Tracks schöne Entdeckungen, die Serj Tankian zu einem durch und durch starken Rockalbum zusammensetzt. So werden in „Ching chime“ folkloristische Elemente mit fetten Gitarrenriffs verwoben, während der Titeltrack mit einem grandiosen Stadiorockrefrain aufwartet. In „Deafening silence“ wurden dezente HipHop-Beats eingebaut und „Forget me knot“ geht als leicht trippiger Popsong mit eruptiven Gitarrenriffs durch Mark und Bein. Das sind nur ein paar Beispiele für eine schier grenzenlose Spielfreude, der Serj Tankian auf „Harakiri“ freiem Lauf lässt.

Anspieltipps:

  • Harakiri
  • Weave on
  • Cornucopia
  • Figure it out
  • Forget me knot

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