Delain - We Are The Others - Cover
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Delain We Are The Others


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 48 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Delain hantieren auf ihrem dritten Longplayer mit ernsten Themen, verlieren sich dabei aber musikalisch im Mittelmaß.

Als Keyboarder Martijn Westerholt mit „Lucidity“ (09/2007) ein neues Kapitel seiner musikalischen Laufbahn aufschlug, waren die Resonanzen auf dieses Allstar-Projekt durchwegs positiv, schaffte es das Ex-Within Temptation-Mitglied nicht nur neun Musiker aus acht verschiedenen Bands unter einen Hut zu bekommen (Arien van Weesenbeek von God Dethroned am Schlagzeug, Marco Hietala von Nightwish/Tarot am Bass, Charlotte Wessels (Ex-To Elysium) übernahm neben Sharon den Adel (Within Temptation) und Liv Kristine (Leaves Eyes) vorrangig den Gesang, Ad Sluijter (Epica), Jan Yrlund (Ex-Lacrimosa) und Guss Eikens (Ex-Orphanage) zupften an der Gitarre und George Oosthoek (Ex-Orphanage) war für die Growls zuständig), sondern das Ergebnis auch spannend, frisch und nicht zerfahren dem Hörer näher zu bringen.

Der Nachfolger „April Rain“ (03/2009) verzichtete auf prominente Unterstützung und zeigte sich mit fixem LineUp kompakter, büßte damit allerdings das größte Ass im Ärmel ein und klang mitunter wie ein Symphonic Metal-Album unter vielen. Dieser Trend setzt sich nun leider auf „We Are The Others“ fort, auch wenn der Hintergrund des Titeltracks zum Aufhorchen animiert, denn der Text beruht „auf dem Mord an dem britischen Mädchen Sophie Lancaster, die im August 2007 in ihrer Heimatstadt zusammen mit Ihrem Freund wegen ihres Gothic-Looks von einer Jugendbande ins Koma geprügelt wurde und später aufgrund ihrer Verletzungen starb.“ Passend zu diesem tragischen Vorfall legen Delain immerhin einen Song vor, der sowohl als Bandhymne bestens zu gebrauchen ist, als auch für Nicht-Fans eine dermaßen packende Melodie besitzt, dass diese bereits nach dem ersten Mal nicht mehr aus dem Kopf geht.

Ähnlich mitreißend gebärdet sich nur mehr das äußerst poplastige „Are you done with me“, der mit Sirenengesang verzierte Abschluss „Not enough“ und das anfänglich vielversprechende „I want you“, welches seinen klassischen Auftakt im weiteren Verlauf gegen eine simple Metalnummer tauscht, die lediglich auf der Textebene bissig bleibt. Ansonsten bewegen sich Delain zwischen dem üblichen Genrestandard aus süßlichen Keyboardhooks, dezentem Bombast und lieblichem Gesang, der maximal im Tempo variiert („Electricity“, „Get the devil out of me“, „Babylon“, „Generation me“), sowie langweiligen 0815-Kompositionen („Milk and honey“, „Hit me with your best shot“) oder bieten eine an Lacuna Coil-angelehnte, jedoch absolut nichtssagende Kollaboration namens „Where is the blood“ an, wo Burton C. Bell von Fear Factory in Endlosschleife „If I hurt you so much“ brüllen darf. Nach einem derartigen Durchschnittswerk sollte sich Herr Westerholt überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, wieder das alte Format von „Lucidity“ zu reanimieren, denn gleichgültiger als „We Are The Others“ kann ein Album ohnehin nicht mehr werden.

Anspieltipps:

  • Not Enough
  • We Are The Others
  • Are You Done With Me

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