Maroon 5 - Overexposed - Cover
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Maroon 5 Overexposed


  • Label: A&M/Universal
  • Laufzeit: 46 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die mediale Omnipräsenz von Maroon 5 geht auf „Overexposed“ nach hinten los.

Eigentlich war das 2010er Album „Hands All Over” (09/2010) singletechnisch bereits komplett ausgeschlachtet. Doch aufgrund des wie aus dem Nichts kommenden 2011er Sommersinglehits „Moves like Jagger“ zusammen mit Christina Aguilera, wurde der um das partytaugliche Hitwunder (u.a. Platz eins in den US Billboard Charts) erweiterte Longplayer flugs noch einmal auf den Markt geworfen und ein zweites Mal kräftig Kasse gemacht.

Vielleicht wird es dem einen oder andern geneigten Hörer deshalb etwas aufdringlich vorkommen, dass Maroon 5 schon wieder mit einem neuen Album vor der Tür stehen. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Denn genau gesagt, bescheren uns Maroon 5 sogar gleich zwei aktuelle Alben, denn mit der um 17 (!) Tracks erweiterten Jubiläumsedition ihres Debütalbums „Songs About Jane“ (03/2004), das in den USA zwei Jahre (!) vor der Deutschland-Veröffentlichung, im Juni 2002 in die Läden kann, gibt es im Abstand von noch nicht mal einer Woche die doppelte Bedienung am CD-Schalter.

Maroon 5 scheinen sich ihrer Omnipräsenz durchaus bewusst zu sein. Denn nicht ohne Grund haben sie ihr viertes Studioalbum „Overexposed“ getauft. Damit spielen sie auf ihren Erfolg mit „Moves like Jagger“ an, das in 18 Ländern die Charts auf den Kopf gestellt hat und zu den erfolgreichsten Download-Singles aller Zeiten gehört. Und es ist der Startschuss für eine ausdrückliche, ganzheitliche Stilkorrektur, die dem Erfolg der Singleauskopplungen der vergangenen Jahre geschuldet ist. Will heißen: Die Wurzeln der Band, die in Rock, Funk und Soul begründet sind, werden auf „Overexposed“ komplett abgeschüttelt und durch reine Popstrukturen ersetzt.

Damit klingt das von Hitlieferant Max Martin (Britney Spears, P!nk, Katy Perry, Bon Jovi, Kelly Clarkson) produzierte und nach dem „Moves like Jagger“-Erfolg erstmals mit diversen Gastsongwritern wie Shellback (Usher, Avril Lavigne, Ke$ha, Adam Lambert), Benny Blanco (Gym Glass Heroes, Justin Bieber, Taio Cruz, Bruno Mars) und Ryan Tedder (OneRepublic, Jennifer Lopez, Gavin DeGraw, Far East Movement, Leona Lewis) eingespielte Album zwar immer noch unverkennbar nach Maroon 5, doch leider hat mit der Wahl der Gastsongwriter auch eine Beliebig- und Gleichförmigkeit eingesetzt.

Nach einem mit ein paar Reggae-Einsprengseln versehenen, aber ansonsten strunz-langweiligen Opener namens „One more night”, scheitern Maroon 5 mit „Payphone“ an dem Versuch, dem 8,5 Millionen Mal verkauften „Moves like Jagger“ einen adäquaten Nachfolger zu spendieren. Dazu ist der Song nämlich viel zu bieder und mit bewusst auf böse getrimmten Lyrics á la „All those fairy tales are full of shit / One more fucking love song I'll be sick“ sowie einem Gast-Rap von Whiz Khalifa einfach zu berechnend.

Das Schlimme: Nach dieser Formel verfahren Maroon 5 auf dem gesamten Album. Die zumeist sinnlosen Texte werden nach dem Schema „Hauptsache die Worte klingen gut“ zusammengesetzt und mit vielen „Oohs“ und „Aahs“ und „Lalalas“ gestreckt. Das soll, ebenso wie die überwiegend schmierigen Melodien für Eingängigkeit sorgen, bewirkt aber unterm Strich das genaue Gegenteil. Denn mit dieser Ausgeburt an musikalischer Einfältigkeit verflacht „Overexposed“ im Sturzflug und sorgt in Anbetracht von Songs wie „Tickets“, „Ladykiller“, „Doin‘ dirt“ oder auch „Fortune teller“ für geballte Fäuste in den Hosentaschen.

Anspieltipps:

  • Sad
  • Daylight
  • Payphone
  • Beautiful goodbye
  • Moves like Jagger (Bonus Track)

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