I Like Trains - The Shallows - Cover
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The Shallows


  • Label: ILT Records/CARGO
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

I Like Trains formen weiterhin ihren Thron aus gradlinig dunkler Atmosphäre, akzentuierten Melodien und packender Gesamtwirkung.

Mit ihrem Start im Jahre 2004 legte das Quartett aus Leeds den Grundstein für eine musikalische Landschaft, die zwar ihre Grundzüge im Post-Rock beheimatet, doch trotz der konsequenten Genre-Zuordnung seitens einiger Medien viel mehr als die Blaupause eines schnell verblassten Hypes ist. Konsequent ihren melancholischen Sound erweiternd, gründen I Like Trains im Vorfeld des zweiten Albums „He Who Saw The Deep“ mithilfe zahlungswilliger Fans auf der Crowd Funding-Website Pledge Music ihr eigenes Label ILT. Das Drittwerk „The Shallows“ erscheint nun ebenso dort und zeigt die Band in ihrem typisch britisch melancholischem Sound gefestigt, zurückhaltender als zuletzt und mit detailverliebter Anziehungskraft gesegnet. Für die Produktion der pulsierenden, elegant majestätischen Songs war Richard Formby verantwortlich, der auch schon die Wild Beasts und ihr „Two Dancers“ in Form brachte.

So zieht bereits der Opener „Beacons“ den Hörer in einen an Grautönen reichen Bann, wenn der Schlagzeug-Rhythmus und Basslauf behutsam über dem Track wachen und feingliedrige Ausläufer an Gitarre sowie Synthesizer die unterschwelligen Melodien befeuern. Auch „Mnemosyne“ geht nicht mit der großen Geste hausieren, sondern übt sich stattdessen in einem unnachgiebigen Groove, der es sich dauerhaft in den Ohren gemütlich macht und den Sog weiter voran treibt. Ein Sog, den I Like Trains auf „The Shallows“ von der ersten bis zur letzten Sekunde vertonen, im Mittelteil durch „The Hive“ zum ersten Mal richtig befreit wirkt und schemenhafte Sonnenstrahlen durch das Bild huschen. Dort greifen die Gitarren zu den Sternen, ziehen gar weit hinauf in hymnenhafte Melodie-Regionen.

Doch die Briten zielten eben noch nie auf den Hit, auf den einseitigen Willen zum Platz an der Sonne. Sie tun gut daran, weiter an einem dunklen Ausdruck festzuhalten, zu dem nur wenige wirklich bedeutsam aufblitzende Harmonien Zugang haben und stattdessen der Fluss aus perlendem Rhythmus-Gefüge, gut sortierten Gitarrenausbrüchen und vermehrt eingesetzten Synthesizer-Spannungsbögen regiert. Gerade dadurch wird ein Sechs-Minüter wie „Reykjavik“ stets innig zelebriert werden können und die von Zeit sowie Raum gelöste Stimmung für Faszination sorgen. „The Shallows“ zündet nicht sofort, doch einmal entfacht, glüht es beständig in die tiefste Nacht hinein.

Anspieltipps:

  • Beacons
  • Mnemosyne
  • The Hive
  • Reykjavik

Dieser Artikel ging am um 17:08 Uhr online.
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  • 2014    
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