Marquess - Bienvenido - Cover
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Marquess Bienvenido


  • Label: Starwatch/Sony Music
  • Laufzeit: 43 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Respekt! Ein Album, das nicht einmal eine Sekunde braucht, um zu seiner generischen Natur zu stehen.

Im Normalfall sollten Reviews und Rezensionen etwas Ernstes sein. Schließlich will der zukünftige Käufer gut beraten werden, wenn man sein teuer verdientes Geld in organische und synthetische, aneinandergereihte Akkorde steckt. Das neue Marquess-Album muss man allerdings einfach mit einem Galgenhumor nehmen, der allzu ernsthafte Worte einfach verbietet. Bühne frei zu schamloser Peinlichkeit und mäßigen Wiedergutmachungen in Form von einfach gehaltenem Pop en Espanol.

„Bienvenido“ lässt nicht einmal eine komplette Sekunde auf der Digitalanzeige der Anlage verstreichen und schon heult eine am PC bearbeitete Stimme ins Ohr, dass man nicht anders kann, als den Kopf zu schütteln. Nicht etwa im Takt, sondern vor Verzweiflung. Gerade wenn man glaubt, dass die EM 2012 mit ihrem Eurodance-Theme etwas spät dran ist, kommt Marquess mit einem Titeltrack, der das Schlimmste aus Eurodance und David Guettas künstlerisch fragwürdigeren Ergüssen vereint. Ungehemmt und bis zur sechsten Nummer „Disco Volante“ blamiert sich der Latino-Dreier auf ganzer Linie und bietet weder tanzbare Bässe, noch rhythmische Glanztaten. Marquess sind in der Kinderdisco angelangt und werden vor 22:00 Uhr in den weniger angesagten Tanzschuppen der Republik laufen.

Unglaublich einfallsreich ist dazu noch die Spannungskurve des Albums entworfen, die nach den ersten sechs Tracks einen Schlussstrich zieht und plötzlich mit melodisch sanfter und leider auch seichter Latino-Popmusik. Anstatt einer Abwechslung ist dieser Pfad jetzt aber auch der einzige, der den Hörer bis zum Ende begleitet. So unsicher und in sich unschlüssig hören sich Alben nur selten an. Vielleicht sollte man die Hälften als Teil einer Voting-Show aufstellen. In welche Richtung soll es mit Marquess in Zukunft gehen? Rufen Sie jetzt an! Die traurige Wahrheit zu diesem Album ist allerdings, dass die Leitungen stumm bleiben dürften. Um solch generische, vorhersehbare und einfallslose Musik schert sich heutzutage nämlich (hoffentlich) niemand mehr.

Anspieltipps:

  • Bienvenido
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