Paloma Faith - Fall To Grace - Cover
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Paloma Faith Fall To Grace


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 65 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Paloma Faiths neues Album ist eine von den Enttäuschungen, die dem Mainstream-Pop-Fan wehtun wird.

Nach drei Jahren Wartezeit meldet sich eine der viel versprechenden Newcomer der britischen Pop-Szene zurück. Mit dem eindrucksvollen Namen Paloma Faith und einer nicht minder bemerkenswerten Stimme machte sie sich besonders in der angesagten Soul-Pop-Szene einen Namen. Wie schnell man diesen mit einem Nachfolgealbum zum Bröckeln bringen kann, macht die junge Britin mit „Fall To Grace“ leider deutlich. Anrufe von Fans werden wohl zumeist nicht zu begeistert sein und selbst The Killers könnten höflich nachfragen, ob „Agony“ nicht ein von ihnen kopierter Song ist.

Cineastisch, großartig und auf Breitband getrimmt, will man den neuen Sound der Engländerin vielleicht verkaufen, aber das Stirnrunzeln bei Hörern setzt schon während des Openers ein. „Picking Up The Pieces“ ist der Anfang eines Pop-Albums strikt nach Handbuch. Ohne Überraschungen werden Elemente hier zusammengefügt, um brauchbare Massenware zu erstellen. Die eigentlich so brauchbare Stimme Faiths verschwindet hinter einer dichten Welle aus Synthesizern und am Computer generierten Rhythmen. Die organische Harmonie Palomas Stimme verschwindet in einem Pop-Aufwasch, der an Mel C erinnert.

Das wird in peinlich berührten Teenie-Arrangements wie „30 Minute Love Affair“ und mit Dubs unterlegten Balladen „Black & Blue“ nicht gerade besser. Zusammen mit Produzent Nellee Hooper (u.a. Björk und Massive Attack) wurde anscheinend nur danach Ausschau gehalten, was Erfolg verspricht. Dies zeigt sich besonders deutlich an den Acoustic Sessions auf der zweiten CD, die sozusagen das Grundmaterial hübsch harmloser Singer/Songwriter-Künstler zeigen, bevor sie mit aktuell angesagten Soundmustern bestückt wurden. Die Bindung zwischen Arrangement und Inhalt offenbart sich so immer wieder als oberflächlich und bleibt brav auf dem Niveau der Nachmittagsradiosingle.

Hier und da schimmert die Stimmgewalt Palomas in einer Weise durch, die daran erinnert, warum ihr Debütalbum so gut angekommen ist. „Freedom“ ist eine Ehrenrunde Faiths Stimme, welche die Tonleiter ohne große Mühe herauf und herunter jagt und eine mehr als gute Figur abgibt. Leider stellt sich bei all den simpel und sehr plastisch wirkenden Drums aus der Konserve schnell Langeweile ein und so blickt man auf ein Album, das an Leona Lewis' Werdegang erinnert. Auch der Casting-Star verlor sich nach einem gelungenen Debüt in den Vorlieben der Masse ohne sich eine eigene Identität zu bewahren. Genau in diese Falle scheint auch Paloma Faith mit ihrem aalglatten Album getappt zu sein.

Anspieltipps:

  • Freedom
  • Picking Up The Pieces
  • Streets Of Glory

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