Slime - Sich Fügen Heißt Lügen - Cover
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Slime Sich Fügen Heißt Lügen


  • Label: People Like You Records
  • Laufzeit: 40 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Nicht nur dank kompositorischem Offenbarungseid höchst überflüssiges Revival.

Es gibt einfach Dinge, deren Zeiten vorbei sind. Slime zum Beispiel. Nach 18 Jahren veröffentlichen die Urväter des Deutschpunk ein neues Album und bedienen sich dabei interessanterweise der Texte des Anarchisten Erich Mühsam. Kompositorisch hat die Platte jedoch rein gar nichts zu bieten, so altbacken und bieder wie die Songs daherkommen. Unnötig.

Slime haben 2012 eine ganze Reihe von Problemen. Erstens ist Comeback-Kirmes für eine solche Band schon per se keine gute Idee. Altpunks, die Nostalgietränen wegwischend noch mal „Bullenschweine“ grölen wollen? Halbwüchsige Möchtegernrebellen aus der gymnasialen Mittelstufe mit Green Day Poster überm Bett und „Kampf dem Kapital“-Shirts auf der Suche nach den Wurzeln? Nein, danke. Es ist doch einfach unwürdig. Live fast, die young und so.

Zweitens duftet einfach alles an diesem Album nach maximal 1982: Das Punk mal eine auch musikalische Revolution war, das ist den Urhebern dieses Albums trotz mehrheitlicher Zeitzeugenschaft wohl nicht mehr so ganz bewusst. Klar, die wollen offensichtlich nur ein bisschen Spaß haben. Aber das wollen Pubertierenden-Punkbands aus Castrop-Rauxel auch.

Im Ergebnis ist „Sich Fügen Heißt Lügen“ eine Altherren-Platte, eine Nummernrevue. Prinzipiell könnte man die Slime-Belegschaft auch gleich am Nasenring über die Bühne ziehen. Wenn man die Band denn als Legende bezeichnen möchte: Hat sie das verdient?

Anspieltipp:

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